Düsseldorf (dpa) - Null Siege, null Punkte und trotzdem wurden Spieler und Trainer gefeiert wie Gewinner. Mit «Fortuna! Fortuna!»- Sprechchören und donnerndem Applaus verabschiedeten die Fans von Fortuna Düsseldorf ihr Team am Montagabend aus dem Stadion.

Dabei hatte die Mannschaft mal wieder verloren und beim 0:1 (0:1) gegen den VfL Bochum bereits die sechste Pleite im sechsten Spiel in der 2. Fußball-Bundesliga kassiert. Von Katerstimmung war dennoch keine Spur in der Karnevalshochburg. Und Trainer Norbert Meier erhält eine Schonfrist und darf weitermachen - vorerst zumindest.

«Eine solche Trainerdiskussion lassen wir erst gar nicht aufkommen», sagte Sportvorstand Wolf Werner und stellte sich demonstrativ vor den glücklosen Fußball-Lehrer. «Momentan haben wir eine Durststrecke, aber wir alle, der Vorstand und der Aufsichtsrat, stehen weiterhin geschlossen für Kontinuität. Dafür sind wir 2007 angetreten, es gibt keinen Plan B», betonte Werner. Es fehle nur ein Erfolgserlebnis, dann gelinge auch die Wende. «Die Jungs wissen ja, dass sie es können», meinte der frühere Bundesligatrainer.

Die langersehnte Wende soll nun beim VfL Osnabrück geschafft werden. Klappt es nicht, könnte es das letzte Spiel für Meier auf der Fortuna-Bank gewesen sein. Dann sind wohl Argumente wie Kontinuität und die im Frühjahr getroffene Vertragsverlängerung bis 2012 hinfällig. Zudem hätte ein Nachfolger aufgrund der Länderspielpause zwei Wochen Zeit zur Eingewöhnung.

Aber die Art und Weise, wie die Düsseldorfer am Montag gegen Bochum den Kürzen zogen, weckte neue Hoffnung. Spielerische Mängel in der Offensive und Fehler in der Defensive, wie beim Siegtreffer von Chong Tese (22.), machte das Team durch eine unermüdliche kämpferische Leistung wett - besonders nach der Pause. «Die haben eine zweite Hälfte gespielt, die an Leidenschaft nicht zu überbieten war», lobte sogar VfL-Trainer Friedheim Funkel, der den Rekord von «Dauerbrenner» Otto Rehhagel mit 1080 Liga-Einsätzen als Spieler und Trainer einstellte.

Auch Meier fand fast nur lobende Worte. «Ich habe eine Mannschaft gesehen, die lebt, die viele Tugenden gezeigt hat, die man braucht», sagte der Trainer, der am Montag exakt 1000 Tage im Amt war. Doch aller Lobhudelei zum Trotz - Punkte hat Fortuna immer noch nicht. «Ich kann es auch nicht mehr hören, wie gut wir gekämpft und alles gegeben haben. Das ist wie früher in der Schule. Und am Ende gibt es nur eine Vier», meinte Abwehrchef Jens Langeneke.