London (dpa) - Wirbel um Wayne Rooney, neue Verletzungssorgen für Coach Fabio Capello: Vor Englands zweitem Spiel in der EM- Qualifikation in Basel gegen die Schweiz wird die gute Stimmung im Lager der «Three Lions» leicht getrübt.

Nach dem 4:0- Auftaktsieg gegen Bulgarien hatten sich die Medien in Lobeshymnen förmlich überschlagen. «Endlich eine Mannschaft, die wie England aussieht», stellte die Zeitung «Daily Mail» zufrieden fest.

Stürmerstar Rooney, der gegen die Bulgaren aufsteigende Form gezeigt und den Dreierpack seines Angriffspartners Jermain Defoe schön eingefädelt hatte, fand sich am Sonntag auf den Titelseiten britischer Boulevardblätter wieder, die von angeblichen außerehelichen Eskapaden des 24 Jahre alten Angreifers von Manchester United mit einer Prostituierten berichteten. Rooney hatte sich erst kürzlich nach einer Bar-Rauferei den Zorn von Trainer Capello zugezogen. Vor der WM hatte der Italiener Abwehrchef John Terry nach Presseberichten über eine Affäre mit der Ex-Freundin eines Mannschaftskameraden als Kapitän abgesetzt.

Die England-Elf ließ bohrende Nachfragen über den neuen Rooney- Wirbel aber an sich abprallen. «Er ist ein Top-Spieler, er hat das am Freitag gezeigt und heute voll trainiert», sagte Mittelfeldspieler James Milner von Manchester City. «Ich bin sicher, dass er daran anknüpft. In Zeitungen wird immer viel geschrieben. Das gehört zum Fußballerleben», so Milner weiter.

Für die Partie gegen Ottmar Hitzfelds Eidgenossen muss Capello auch ohne Innenverteidiger Michael Dawson planen. Der Profi von Tottenham Hotspur verletzte sich im Spiel am Freitag an Knie und Fußgelenk schwer und fällt wohl bis Jahresende aus. Bereits in London fehlten Stammkräfte wie Terry, Frank Lampard (beide FC Chelsea) oder Rio Ferdinand (Manchester United).

Ehe die Diagnose bei Dawson feststand, herrschte bei den Engländern eitel Sonnenschein. Der Sieg im ersten Pflichtspiel nach dem blamablen 1:4 im WM-Achtelfinale gegen Deutschland brachte vor allem Capello, auf den sich die Presse zuletzt eingeschossen hatte, Entlastung. «Wir waren exzellent», freute sich der Fußball-Lehrer sichtlich erleichtert. «Ich bin froh, dass auch die Fans uns unterstützt haben.»

«Wir haben einen guten Auftritt hingelegt», fügte Dreifach- Torschütze Defoe hinzu. «Ein Hattrick im Wembley-Stadion - das ist das beste Gefühl der Welt», schwärmte der Angreifer von Tottenham Hotspur, der sich in diesen Tagen eigentlich einem Eingriff in der Leistengegend hatte unterziehen sollen.