New York (dpa) - Sonny Rollins ist ein Gigant des Tenorsaxofons. Den Titel übernahm er schon vor Jahrzehnten von John Coltrane und Lester Young. Coltrane lebte gerade 40 Jahre, Young nur 50. Rollins aber wird an diesem Dienstag (7. September) 80.

Den Geburtstag feiert der schwarze Musiker aus Harlem mit seinen Freunden und Verehrern nicht weit von seiner Wiege entfernt im New Yorker Beacon Theater.

Den Rest des Jahres zieht Rollins Konzerthallen in Europa und Asien vor. Die Niederlande, Italien, Norwegen, die Schweiz, England, Griechenland und Japan sind oder waren die diesjährigen Stationen. Seine umjubelte Europa-Tournee «Sonny, Please» hatte er Ende 2008 in der Alten Oper von Frankfurt gestartet.

Zwischen den Reisen in alle Welt schöpft Rollins auf seiner kleinen Farm in Germantown, drei Stunden nördlich von Manhattan, wieder Kraft. Dort komponiert er, spielt Tag für Tag eisern drei Stunden. Er wolle seine Musik verbessern, habe sein Ziel noch nicht erreicht, sagte der Saxofonist der «Süddeutschen Zeitung» in einem Interview. «Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit. Das ist Jazz. Daran glaube ich und so bin ich», bekräftigt Rollins.

Der Sohn karibischer Eltern begann seine Laufbahn elfjährig am Klavier. Inspiriert von Coleman Hawkins entschied er sich 16-jährig für das Instrument, auf dem er zum Meister wurde. Thelonious Monk war sein Freund und Mentor. Miles Davis, den Rollins in seinen Anfangsjahren in verschiedenen Gruppen begleitete, nannte ihn später «den größten Tenorsaxofonisten aller Zeiten».

In Chicago schloss sich Rollins dem Quintett des Schlagzeugers Max Roach und Trompeters Clifford Brown an. Nach Browns Tod 1956 begründete er seine Solokarriere und spielt seitdem immer wieder mit anderen Begleitern. Von seinen Aufnahmen gehören «Oleo», «Doxy» und «St. Thomas» zum Jazzstandard. Rollins' Ton ist unverwechselbar voll, robust, rau, zugleich aber subtil und nuanciert.

Er wurde schon früh von der Bebop-Revolution geprägt, belebte den strengen Bebop und Hardbop aber wiederum mit seiner karibischen Fröhlichkeit. Offen für alle Anregungen nahm Rollins klassische Themen, Filmmelodien, Pop, Rock, Soul, Funk und Fusion in seine Improvisationen mit auf. Er ist als Begleiter der Rolling Stones auf dem Album «Tattoo You» zu hören.