Kapstadt/Abuja (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag auf das Gebäude der Vereinten Nationen in Nigeria sind laut des Internationalen Roten Kreuzes mindestens 16 Menschen getötet worden. Zudem wurden 60 weitere Menschen bei der Bombenexplosion in der Hauptstadt Abuja nach dpa-Informationen verletzt.

Dafür gab es aber zunächst keine offizielle Bestätigung. Die Terror-Organisation Boko Haram bekannte sich nach Angaben der BBC zu der Tat. In der Vergangenheit hatten radikale Islamisten wiederholt tödliche Anschläge im bevölkerungsreichsten Land Afrikas verübt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte in einem Schreiben an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon betroffen auf die Bluttat. Die Bundesregierung verurteile den Anschlag mit aller Entschiedenheit. Nigeria leidet seit langem unter der Gewalt zwischen Muslimen und Christen.

Gegen 11.00 Uhr war nach Polizeiangaben ein Mann mit einem Auto durch die Toreinfahrt des UN-Geländes gerast und hatte die Explosion ausgelöst. Das Erdgeschoss und der erste Stock des Gebäudes, in dem nach UN-Angaben 26 UN-Organisationen ihre Büros haben, wurden völlig verwüstet. Fast alle Fensterscheiben des Hauses waren zerborsten.

Zum Tatzeitpunkt hielten sich mehrere hundert Menschen in dem Gebäudekomplex auf, unter ihnen zahlreiche Ausländer und Diplomaten. Die Polizei bestätigte am Nachmittag den Tod einer Norwegerin.

UN-Generalsekretär General Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag «auf jene, die ihr Leben der Hilfe für andere gewidmet haben». Es sei ein «absolut entsetzlicher» Anschlag. «Das ist kein Angriff auf Nigeria, sondern auf die Weltgemeinschaft, ein Angriff auf die Welt», sagte Nigerias Außenministerin Viola Onwuliri dem britischen Sender BBC.

Bis zum späten Nachmittag wurde noch nach Verschütteten gesucht. Das Gebäude war vollständig evakuiert worden. Die Krankenhäuser der Stadt forderten die Bevölkerung laut BBC zu Blutspenden auf.