Frankfurt/Main (dpa) - In dem weiterhin unsicheren Börsenumfeld hat der Dax am Mittwoch seine Vortagesverluste ausgeweitet. Am Ende ging der Leitindex mit einem Minus von 0,77 Prozent auf 5948,94 Punkte aus dem Handel.

Nachdem er im frühen Handel noch unter die Marke von 5900 Punkten gefallen war, hatte er zwischenzeitlich ins Plus gedreht und wieder den Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten geschafft. Wegen der Schuldenkrisen dies- und jenseits des Atlantiks steht beim Dax gleichwohl seit Anfang August immer noch ein sattes Minus von fast 17 Prozent zu Buche. Der MDax der mittelgroßen Werte sank am Mittwoch um 0,71 Prozent auf 9084,03 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor deutlichere 2,76 Prozent auf 721,71 Punkte.

Der Markt suche derzeit sein Gleichgewicht, kommentierte der Experte Thilo Müller von MB Fund Advisory die unstete Entwicklung des Dax. Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank verwies zwar auf zuletzt «eher ermutigende» US-Konjunkturdaten und das fehlende Zinsrisiko in den USA, wo die Notenbank nach eigener Ankündigung zwei Jahre lang die Zinsen nicht anheben will. Die deutsch-französischen Vorschläge für eine europäische Wirtschaftsregierung aber seien lediglich eine langfristige Vision - Anleger vermissten dagegen konkrete Maßnahmen zur Beruhigung der Märkte.

Die Aktien der Deutschen Börse verloren als zweitschwächster Wert im Dax 4,97 Prozent auf 41,10 Euro. Händler verwiesen auf die Pläne für eine Finanztransaktionssteuer innerhalb der Eurozone. Auch die Finanzwerte gerieten wieder unter Druck: Papiere der Deutschen Bank gaben um 2,20 Prozent nach, Commerzbank-Aktien büßten 5,19 Prozent ein.

Die Technologiewerte wurden neben den Zahlen des PC-Herstellers Dell auch von der Konjunkturabhängigkeit ihrer Geschäfte belastet. Die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon Technologies verloren 3,85 Prozent auf 5,822 Euro. Die Papiere des Softwareherstellers SAP gaben um 2,15 Prozent nach. Kursgewinne von 1,74 Prozent gab es indes an der MDax-Spitze bei den Hochtief-Titeln. Der Vorsteuergewinn des Baukonzerns brach zwar im Zeitraum von April bis Juni ein. Damit übertraf das Unternehmen jedoch die Schätzungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Verlust gerechnet hatten.

Der EuroStoxx 50 stieg um 0,32 Prozent auf 2331,12 Punkte. Die Pariser Börse legte sogar noch deutlicher zu, wohingegen der Londoner Leitindex FTSE 100 im Minus schloss. In den USA verbuchte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss moderate Gewinne.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,04 (Vortag: 2,06) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 128,25 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,79 Prozent vor auf 134,16 Punkte. Auch der Kurs des Euro ging im Schlepptau der Aktienmärkte auf Berg- und Talfahrt. Zuletzt gab die Gemeinschaftswährung wieder etwas nach und notierte bei 1,4431 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs noch auf 1,4477 (Dienstag: 1,4360) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6908 (0,6964) Euro.