Berlin (dpa) - Eine IFA der Superlative soll das schwächelnde Geschäft mit Fernsehern und anderer Elektronik wieder ankurbeln. Die diesjährige Funkausstellung in Berlin ist so groß wie noch nie.

Im Mittelpunkt stehen Geräte mit direktem Zugang zum Internet, was neue Dienste und Funktionen ermöglicht. Bei Hausgeräten planen einige Hersteller Preiserhöhungen, um steigende Rohstoff-Preise aufzufangen. Die Zahl der Aussteller auf der wichtigsten Messe für Unterhaltungselektronik und Hausgeräte stieg leicht auf 1441, die vermietete Fläche wuchs um vier Prozent.

«Bereits heute ist es damit die beste IFA ihrer Geschichte. Noch nie hat die Industrie in so viel Ausstellungsfläche investiert», sagte Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin, zum Auftakt der Pressetage am Mittwoch. Die Industrie habe ein schwieriges erstes Halbjahr erlebt.

«Die IFA wird in der Lage sein, die Nachfrage wieder zu stärken.» Für das Publikum ist die Messe unterm Funkturm vom 2. bis 7. September geöffnet. Nach dem Wachstumsfeuerwerk der vergangenen Jahre erlebten die erfolgsverwöhnten Elektronik-Hersteller zuletzt einen herben Dämpfer. Im ersten Halbjahr 2011 wurden weniger TV-Geräte verkauft - auch beim bisher verlässlichen Wachstumsmotor LCD-Fernseher gab es einen Rückgang von 1,3 Prozent. Der Umsatz im TV-Bereich sank angesichts der andauernden Preiskämpfe sogar um gut zehn Prozent.

Als Ordermesse zum Auftakt der wichtigsten Verkaufssaison werde die IFA 2011 der Branche neue Impulse geben, hofft auch der Aufsichtsratschef der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), Rainer Hecker. Auf der Messe machten die Aussteller inzwischen Geschäfte von mehr als 3,5 Milliarden Euro. Aus der einstigen Radio- und Fernseh-Messe sei heute die bedeutendste Handelsmesse für die Industrie geworden, sagte Hecker.

Um das Geschäft anzukurbeln, baut die IFA baut ihr Themenspektrum kontinuierlich aus. Vor vier Jahren kam die sogenannte Weiße Ware wie Waschmaschinen, Kühlschränke und Geschirrspüler dazu. Auch diese Branche hat mit einem abgekühlten Geschäft zu kämpfen.

Besonders die hohen Rohstoff-Preise bei Stahl, Kupfer, Nickel und seltene Erden machen den Herstellern zu schaffen. Einige planen deshalb Preiserhöhungen. «Zum Jahresanfang werden wir mit neuen Preislisten herausgehen», sagte Siemens-Electrogeräte-Geschäftsführer Roland Hagenbucher der Nachrichtenagentur dpa. Es werde «etwas teurer». Miele-Chef Reinhard Zinkann sprach von «sehr moderaten Steigerungen der Preise im nächsten Jahr» im niedrigen, einstelligen Bereich.