Hamburg (dpa) - Thomas Mirow, Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, hat Bundespräsident Christian Wulff für dessen Kritik an der Europäischen Zentralbank (EZB) kritisiert.

«Wer die EZB kritisiert, muss sich mit der Frage auseinandersetzen, welche Alternativen es gegeben hätte», sagte Mirow der Wochenzeitung «Die Zeit». Die EZB sei in der Situation die einzige Institution gewesen, die intervenieren konnte. «Und ich glaube, dass wir ohne eine solche Intervention zusätzliche Probleme im europäischen Bankensektor bekommen hätten».

Wulff hatte die Entscheidung der EZB, Staatsanleihen von Krisenländern zu kaufen, um die Märkte zu stützen, als politisch und rechtlich problematisch bezeichnet. Mirow war unter anderem SPD-Wirtschaftssenator in Hamburg und Staatssekretär im Bundesfinanzministerium.