Berlin (dpa) - Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann hält die Angst vor einem Absturz der Weltkonjunktur für unbegründet. «Wir werden keine Rezession erleben, in den Schwellenländern sowieso nicht», sagte Ackermann bei einem Podiumsgespräch der Stiftung Zukunft Berlin am Mittwochabend in Berlin.

Für Deutschland erwarte sein Haus im kommenden Jahr 1,5 Prozent mehr Wachstum. Aber auch in den USA sehe er keinen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Ackermann bescheinigte der Bundesregierung, mit ihrer Politik zur Überwindung der EU-Schuldenkrise auf dem richtigen Weg zu sein. Sie gehe «die richtigen Schritte», indem sie auf Einsparungen poche, sich aber zugleich an Rettungspaketen beteilige.

Die jüngsten Kursrückgänge an den Börsen halte er für «absolut übertrieben». Investoren hätten aber «das Gefühl, es könne zu noch schlimmeren Entwicklungen kommen». «Es fehlen derzeit etwas die langfristigen Investoren», die dem System mehr Stabilität verleihen könnten, fügte Ackermann hinzu.

Der Deutsche-Bank-Chef lehnte gemeinsam von den Euro-Ländern getragene Anleihen ab. «Ich bin mit der Bundesregierung der Meinung, dass Eurobonds im Moment kein Königsweg wären», sagte Ackermann. Von hoch verschuldeten Ländern werde so der Spardruck genommen, und die starken Länder hätten einen hohen Preis zu zahlen.

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