Köln (SID) - Die Wiesbadener Jugendinitiative Spiegelbild wird in diesem Jahr mit dem Julius-Hirsch-Preis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgezeichnet. Dies entschied eine Jury unter Vorsitz von DFB-Präsident Theo Zwanziger. Bereits zum siebten Mal verleiht der DFB den Julius-Hirsch-Preis und erinnert damit an den 1943 in Auschwitz-Birkenau ermordeten deutschen Nationalspieler jüdischen Glaubens. Mit dem Preis werden seit 2005 Personen, Initiativen und Vereine ausgezeichnet, die sich gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und Rassismus engagieren.

"Fußball darf nie wieder ausgrenzen. Im Gegenteil, der Fußball kann und muss Menschen und Völker in ihrer Vielfalt verbinden und dadurch einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden leisten. Dieser Preis ist heute wichtiger als vor fünf Jahren. Und er wird in zehn Jahren noch wichtiger sein, sagte Zwanziger. Der DFB-Boss gehört gemeinsam mit Ligapräsident Reinhard Rauball, DOSB-Präsident Thomas Bach, Bundesinnenminister a.D. Otto Schily und weiteren Persönlichkeiten der hochrangig besetzten Jury an.

Die Jugendinitiative Spiegelbild des Aktiven Museums Spiegelgasse hat sich zum Ziel gesetzt, die deutsch-jüdische Geschichte in Wiesbaden zu bewahren. Im vergangenen Jahr holte der Verein die Ausstellung "Kicker, Kämpfer und Legenden - Juden im deutschen Fußball" in die hessische Landeshauptstadt. Das Museum startete zudem das Projekt "Spurensuche am Ball", bei dem sich mehrere Schüler-Gruppen einer Wiesbadener Hauptschule mit Themen wie Rassismus und Zivilcourage auseinandersetzten.

Der zweite Preis ging an das Gräfenberger Sportbündnis, einen Zusammenschluss von acht Fußballvereinen, der mit zahlreichen Aktionen dazu beigetragen hat, dass heute keine Neonazis mehr in der fränkischen Kleinstadt aufmarschieren. Das Fanprojekt "DoppelPass - SVW-Fans gegen Gewalt und Rassismus" von Waldhof Mannheim wurde mit dem dritten Preis ausgezeichnet.