Helsinki (dpa) - Raúl bleibt, Schalke ist erleichtert, die Diskussionen um den Superstürmer wollen aber nicht verstummen. Das Bekenntnis des Spaniers zu Königsblau wirkte bei den Schalkern wie ein Weckruf.

«Wir freuen uns, dass Raúl auch künftig alles dazu beitragen will, dass wir sportlich erfolgreich sind», sagte Manager Horst Heldt und reagierte damit regelrecht befreit auf die Raúl-Absage an die Blackburn Rovers, die den 34 Jahre alten Fußball-Profi mit dem geschätzten Marktwert von 7,5 Millionen Euro holen wollten.

Ruhe um Raúl kehrt aber vorerst nicht ein - obwohl ihm der Verein eine Pause für das Playoff-Hinspiel des DFB-Pokalsiegers in der Europa League bei HJK Helsinki verordnete. Diese Entscheidung ist laut Schalke «bereits vor mehreren Tagen gemeinsam getroffen worden». Raúl soll für den Auftritt bei Mainz 05 geschont werden und auf dem Kunstrasen im 10 700 Zuschauer fassenden Sonera-Stadion der finnischen Hauptstadt keine Verletzung riskieren - eine legitime Begründung.

Sollte Raúl indes bis zum Ende der Transferperiode am 31. August doch noch wechseln wollen, könnte er dank der Finnland-Auszeit für einen neuen Club international trotzdem spielen - falls er in der zweiten Partie ebenfalls fehlt. Dann nämlich hätte er für Schalke in der aktuellen Saison keinen Europapokaleinsatz absolviert.

Für Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ist ein Wechsel des Spaniers in der laufenden Transferperiode jedoch nahezu undenkbar. «Wenn er die Bitte äußern würde, im möglichen letzten Jahr seiner Karriere noch einmal zu einem anderen Club zu wollen, würden wir uns damit beschäftigen», sagte Tönnies der Nachrichtenagentur dpa. Das sei aber nicht der Fall, «also beschäftigen wir uns mit dieser Frage auch nicht», ergänzte Tönnies. Heldt kündigte allerdings in Finnland eine «zeitnahe» Unterredung mit Raúl an.

Vorerst sind die Fakten geklärt: Der «Königstransfer» des damaligen Trainers Felix Magath, der Raúl 2010 ablösefrei von Real Madrid nach Gelsenkirchen holte und mit einem Kontrakt bis 2012 ausstattete, hat Bestand - die Schalke-Fans dürfen ihren Liebling behalten. Noch am Samstag entzückte er sie mit einem «Zaubertor» beim 5:1 gegen den 1. FC Köln - es war Raúls 14. Treffer im 36. Erstligaeinsatz für Schalke.

Auf Europas kleiner Fußballbühne wollen die Schalker, 2011 noch Halbfinalist der Champions League, gegen den 23-maligen finnischen Titelträger vorzeitig die Weichen für die Gruppenphase stellen. «Wir wollen uns unbedingt eine gute Ausgangslage verschaffen», sagte Heldt mit Blick auf das Rückspiel am 25. August. «Eines wäre fatal: HJK zu unterschätzen», warnte Schalke-Youngster Joel Matip vor Helsinki.