Berlin (dpa) - Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) geht nicht davon aus, dass eine internationale Friedenstruppe in Libyen nötig werden wird.

«Ich gehe davon aus, dass die künftige libysche Regierung selbst für die Sicherheit im Land sorgen kann und dazu keine Hilfe von außen braucht», sagte er im Berliner «Tagesspiegel» (Freitag). «Manche Analytiker im Westen haben ja einen jahrelangen Bürgerkrieg vorhergesagt. Der droht glücklicherweise wohl nicht.» Er hoffe deshalb, dass es auch keine Anfrage nach einer militärischen Beteiligung Deutschlands an einer solchen Mission geben werde.

Sein Staatssekretär Christian Schmidt (CSU) sagte allerdings, dass sich Deutschland im Falle einer solchen Anfrage kaum verweigern werde. «Natürlich würden wir dann im Rahmen unserer eigenen Interessen und unserer internationalen Verantwortung nicht abseits stehen können», sagte Schmidt der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Freitag). Maizière hatte bisher vorsichtiger formuliert, dass eine solche Anfrage gegebenenfalls «konstruktiv geprüft» werde.

Schmidt sagte, eine Friedensmission solle aber «keine reine Nato-Aktion» sein, sondern es solle «die arabische und nordafrikanische Nachbarschaft» Verantwortung übernehmen. «Aber wenn die Nato gefordert ist, dann sind auch wir gefordert.»