Istanbul (dpa) - Im türkischen Kurdenkonflikt eskaliert die Gewalt: Bei einem Angriff auf einen Militärkonvoi haben Bewaffnete am Mittwoch im Südosten der Türkei erneut sieben türkische Soldaten getötet.

Die Angreifer aus den Reihen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK hätten mehreren Minen gelegt und den Konvoi nach den Explosionen beschossen, teilten türkische Behörden mit.

Gerade erst hatte Regierungschef Recep Tayyip Erdogan bei einem Essen mit Angehörigen getöteter Soldaten angekündigt, nach dem Ende des Fastenmonats Ramadan wolle er andere Saiten im Ungang mit der PKK aufziehen.

Mitte Juli hatte die PKK beim schwerste Rebellenangriff seit drei Jahren 13 Soldaten getötet. Am vergangenen Wochenende wurden wieder drei Soldaten erschossen. Im Februar hatte die PKK eine einseitig ausgerufene Waffenruhe aufgekündigt. Die Forderung nach einer Beteiligung ihres inhaftierten Chefs Abdullah Öcalan an Verhandlungen hat Ankara mehrfach abgelehnt.

Von der «kurdischen Öffnung», mit der Erdogans Regierung der Volksgruppe mehr demokratische Rechte versprochen hat, ist kaum noch die Rede. AKP-Politiker beschreiben die Kurdenfrage jetzt als wirtschaftliches Problem, das mit Arbeitsplätzen und Wohlstand zu lösen sei. Seit einigen Wochen wird in der Öffentlichkeit auch wieder mehr über Einsatzpläne, Sondereinheiten und spezielles Kampftraining für Polizeikräfte gesprochen.

Einige Hoffnung setzt Ankara auch auf eine Zusammenarbeit mit dem benachbarten Iran. Berichte über eine Festnahme des faktischen Anführers der PKK, Murat Karayilan, durch iranische Revolutionsgarden ließen Ankara am Wochenende aufhorchen, stellten sich aber bald darauf als falsch heraus.

Die von Erdogan versprochene politische Lösung scheint in weite Ferne gerückt. In einem Streit um die Inhaftierung von Abgeordneten boykottiert die Kurdenpartei BDP das neu gewählte Parlament. Erdogans Gesprächsbereitschaft ist nach den neuen Angriffen noch geringer geworden. «Von jetzt an keine Worte mehr, Taten», sagte er am Mittwoch.