Mexiko-Stadt (dpa) - Bei einem bewaffneten Überfall auf ein Spielkasino in der nordmexikanischen Stadt Monterrey sind mindestens 53 Menschen getötet worden.

Das sagte ein Sprecher der Sicherheitsbehörden des Bundesstaates Nuevo Leon, Jorge Domene, am Donnerstagabend (Ortszeit) dem lokalen Fernsehsender Monterrey TV, nachdem Unbekannte das Gebäude in Brand gesetzt hatten. Der genaue Hintergrund der Tat war zunächst unklar, jedoch tobt in Mexiko seit Jahren ein Drogenkrieg.

Bis spät in die Nacht holten Rettungskräfte Tote und Verletzte aus dem in Flammen stehenden Kasino Royale. Mexikos Präsident Felipe Calderón verurteilte die Bluttat als einen «Akt des Terrors und der Barbarei». Über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter versprach er, alles zu tun, um die Schuldigen zu bestrafen.

Nach Augenzeugenberichten war eine Gruppe Schwerbewaffneter am Donnerstagnachmittag in das Gebäude eingedrungen. Sie schrien die Gäste und Angestellten an, das Kasino zu verlassen, gossen Benzin aus und setzten es in Brand. Zahlreiche Menschen suchten Zuflucht in den oberen Stockwerken und in den Toiletten und erstickten.

Über die Hintergründe der Tat war zunächst nichts bekannt. Der Anschlag trifft das von Drogenkrieg und Gewalt heimgesuchte Land hart. Monterrey ist das wichtigste Industriezentrum des Landes und seit Monaten eine der vom Drogenkrieg am schwersten betroffenen Städte Mexikos. Insgesamt hat der Drogenkrieg in Mexiko seit Ende 2006 mehr als 40 000 Menschenleben gefordert.