Mexiko-Stadt (dpa) - Bei einem Überfall auf ein Spielkasino in der mexikanischen Stadt Monterrey sind mindestens 53 Menschen getötet worden. Die Angreifer hatten am Donnerstagnachmittag das Gebäude gestürmt und in Brand gesetzt.

Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar. Jedoch tobt in Mexiko seit Jahren ein Drogenkrieg. Präsident Felipe Calderón sprach von einem Terrorakt.

Nach Augenzeugenberichten waren die schwerbewaffneten Angreifer gegen 15.30 Uhr in das Kasino «Royale» eingedrungen. Sie überwältigten demnach die Wachleute, schrien Gäste und Angestellten an, das Gebäude zu verlassen, gossen Benzin aus und setzten es in Brand. In einigen Berichten war auch von Schüssen und Granatenexplosionen die Rede. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Die Zeitung «Milenio» berichtete unter Berufung auf Überlebende, ein Notausgang sei verschlossen gewesen. Der Zivilschutz habe mit einem Bagger Wände einreißen müssen, um die verzweifelten Menschen aus dem Feuer-Inferno retten zu können.

«Es waren Schuss-Salven zu hören, dann gab es eine Explosion», berichtete eine Überlebende. «Uns kam der Gedanke, in Richtung der Tiefgarage zu flüchten und von dort auf die Straße zu gelangen. Aber wir wurden in den zweiten Stock zu einem Notausgang geleitet, der abgesperrt war.» Zahlreiche Menschen suchten zudem Zuflucht in den Toiletten und erstickten, wie es weiter hieß.

Bis spät in die Nacht holten Rettungskräfte Tote und Verletzte aus dem in Flammen stehenden Kasino. 45 der Todesopfer - 35 Frauen und 10 Männer - konnten bislang identifiziert werden. Nach Angaben örtlicher Behörden wurden zudem mindestens zehn Menschen verletzt.

Der Gouverneur des Bundesstaates Nuevo León, Rodrigo Medina, sprach von sechs Tätern, die in zwei Autos vorgefahren seien. «Eine endgültige Opferzahl gibt es noch nicht», fügte er hinzu.