Daegu (Südkorea) (SID) - Blade Runner Oscar Pistorius darf bei der 13. Leichtathletik-WM im südkoreanischen Daegu nur als Startläufer in Südafrikas 4x400-m-Staffel antreten. Das bestätigte Lamine Diack, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, vor dem Auftakt der Titelkämpfe am Samstag. Bereits 24 Stunden später wird der dreimalige Paralympics-Sieger im 400-m-Vorlauf als erster Beinamputierter bei Titelkämpfen der Nicht-Behinderten antreten.

"Er ist ein ganz spezieller Fall. Das einzige, was wir dem südafrikanischen Verband gesagt haben, ist, dass er als erster Läufer antreten muss, wenn er in der Staffel laufen will. Ansonsten ist es zu gefährlich für die anderen Athleten", meinte Diack. Sein Verband hatte Pistorius 2007 noch den Start bei der WM versagt. Grund ist seine Regel, die besagt, dass jede technische Hilfe, ob in Form von Federn, Rädern oder ähnlichen Elementen verboten ist, wenn sie einen Vorteil bringen kann.

2008 hatte der internationale Sportgerichtshof CAS dann aber verfügt, dass Pistorius bei Erfüllung der Normen mit seinen Carbon-Prothesen auch bei Wettkämpfen der Nichtbehinderten starten darf. Der heute 24-Jährige, dem im Alter von elf Monaten die verkrüppelten Oberschenkel unterhalb der Knie amputiert worden waren, hatte damals die Olympianorm für Peking aber nicht geschafft.

Hinsichtlich der Teilnahme von Pistorius bei Olympia 2012 in London meinte Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC): "Für uns ist die Sache sehr klar. Oscar Pistorius braucht die Zulassung seines internationalen Verbandes, er muss die Statuten des IOC und der IAAF beachten und sich für Olympia qualifizieren."

Rogge und Diack äußerten sich nach Gesprächen der Führungsspitze ihrer Verbände nicht dazu, ob Pistorius gegenüber Nicht-Behinderten durch seine Prothesen einen Wettbewerbsvorteil hat. Nur zwölf der in Daegu startenden 400-m-Läufer waren 2011 schneller als Pistorius bei seiner Steigerung um eine halbe Sekunde auf 45,07. Damit hat der Südafrikaner zumindest Halbfinalchancen.