Spa-Francorchamps (dpa) - Für sein Jubiläum macht sich Michael Schumacher besonders schick: Der Rekordweltmeister trägt einen golden Helm. Den gewohnten knallroten Kopfschutz hat der 42 Jahre alte Kerpener für den 20. Jahrestag seines Formel-1-Debüts eingetauscht.

Dass Schumacher am Freitag auch noch dank der typischen Wetterkapriolen mit einer Trainingsbestzeit in den Großen Preis von Belgien startete, passt zur einzigartigen Beziehung des siebenmaligen Champions zu der legendären Rennstrecke in Spa-Francorchamps.

«Das war ein besonderes Gefühl», sagte «Goldhelm» Schumacher nach seinen Runden im Silberpfeil zur Einstimmung auf das Jubiläums-Wochenende. «Hier hat sich viel in den vergangenen zwanzig Jahren verändert, das Wetter aber nicht.» Nachdem er seine schnellste Runde am Morgen gedreht hatte, bremste einsetzender Regen die Konkurrenz.

Einige seiner heutigen Rivalen dachten am 25. August 1991 nicht mal im entferntesten daran, eines Tages gegen den erfolgreichsten Formel-1-Piloten der Geschichte anzutreten. «Ich war da noch ein bisschen klein, ich kann mich nicht erinnern», meinte beispielsweise der 22-jährige Sebastién Buemi aus der Schweiz (Toro Rosso).

Schumacher kam damals wegen eines Kupplungsschadens am Jordan nur ein paar hundert Meter weit. Von seinem Renndebüt in der Königsklasse hatte Schumacher erst am Donnerstag vor dem Großen Preis von Belgien erfahren, genächtigt wurde in einer Jugendherberge. Der Aufstieg nicht nur in bessere Unterkünfte verlief anschließend rasant. Und immer wieder spielte in der Erfolgsstory die Strecke in den Ardennen eine wichtige Rolle.

1992 gelang Schumacher dort der erste Sieg. 1995 sorgte er für eine der furiosesten Aufholjagden, als er im Regen von Rang 16 zum Sieg fuhr. Er lieferte sich eine handfeste Auseinandersetzung mit David Coulthard (1998), er stellte in Spa den Siegrekord von Alain Prost ein und fuhr seinen siebten und bislang letzten WM-Titel vorzeitig in Belgien ein. Insgesamt gelangen ihm in den Ardennen sechs Rennsiege - auch ein Rekord.

«Dieser 12. WM-Lauf ist ein besonderer Anlass für einen besonderen Fahrer», huldigte Ex-Arbeitgeber Ferrari seinem einstigen Zugpferd. «Zusammen haben wir Ergebnisse erzielt, die schwer zu wiederholen sein werden», sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo: «Danke, Michael.»