Spa-Francorchamps (dpa) - Der vom Formel-1-Team Lotus Renault als Stammfahrer abgesetzte Nick Heidfeld will seine Rückkehr ins Cockpit beim Großen Preis von Singapur in einem Monat erzwingen.

«Wir alle hoffen, dass Nick in Singapur wieder im Cockpit sitzt», sagte sein Manager André Theuerzeit in einer Presseerklärung. «Man muss sich den Umständen anpassen und das Beste draus machen. Das ist es, was ich jetzt tue», betonte Heidfeld. Trotz Ausmusterung für den Großen Preis von Belgien will er bis zum Rennsonntag an der Strecke in Spa-Francorchamps bleiben. «Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen», beteuerte der Routinier.

Vor dem Nachtrennen in Singapur wird am 19. September der Londoner High Court entscheiden, ob die Entscheidung von Lotus Renault rechtens war, Heidfeld durch Bruno Senna bei den WM-Läufen in Belgien und zwei Wochen später in Italien zu ersetzen. Heidfelds Anwalt, Stefan Seitz, erklärte, dass der Vertrag seines Mandanten als Einsatzfahrer weiterhin Gültigkeit habe. «Dieser Anspruch wird vom Team aus offensichtlich rein finanziellen Gründen bestritten. Wir werden daher nichts unversucht lassen, bis Nicks Rechtsposition in vollem Umfang wieder hergestellt ist», sagte der Jurist.

«Ich habe einen gültigen Vertrag und möchte fahren», hatte Heidfeld betont. Lotus Renault machte allerdings in einer Mitteilung deutlich, dass man den 34 Jahre alten Mönchengladbacher endgültig ausmustern will. Senna solle nicht nur bei den kommenden beiden Rennen, sondern auch in den sechs verbleibenden WM-Läufen anstelle Heidfelds fahren.

Der Einstand des 27 Jahre alten Brasilianers missglückte allerdings. Nach einer Stunde im ersten Freien Training schlug er mit dem Heck des Lotus-Renault-Rennwagen in die Reifenstapel ein. Die Session war für den Neffen des 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna damit vorzeitig gelaufen.

«Da gab es keine Schadenfreude bei mir. Das ist eine schwierige Strecke, da kann so was passieren», kommentierte Heidfeld. Am Nachmittag kam Senna, der erst 18 Formel-1-Rennen bestritten hat - Heidfeld kommt auf 183 - nicht über Platz 17 hinaus. Für Teamkollege Witali Petrow aus Russland lief es noch schlechter, er wurde wegen technischer Probleme Letzter.

Heidfeld hatte den Platz bei Lotus Renault vor der Saison bekommen, nachdem sein ehemaliger BMW-Teamkollege Robert Kubica bei einer Rallye im Februar in Italien schwer verunglückt war. Wann der Pole zurückkehrt, ist weiter offen.