Berlin (dpa) - Selbst Verfolger Fernando Alonso würde sein Geld auf Sebastian Vettel setzen. Die (ab)geschlagene Konkurrenz richtet den Blick daher bereits aufs nächste Jahr. Und Vettel muss sich wohl auf die mittlerweile «alten Bekannten» im Rückspiegel einstellen.

Der deutsche Formel-1-Weltmeister, der geradewegs seinem zweiten WM-Triumph nacheinander entgegensteuert, kann sich für die Titeljagd 2012 bereits jetzt auf die gleichen Widersacher wie im vergangenen und in diesem Jahr gefasst machen. Das Top-Fahrerfeld ist so früh wie selten weitgehend bestellt.

Einzig der Belgien-Dritte Jenson Button wartet unter den Piloten mit rechnerisch noch intakten WM-Chancen noch auf seine Bestätigung. «Alles, was er sagen muss ist ja und dann werde ich ja sagen, denn ich möchte nächstes Jahr hier fahren», betonte der Ex-Weltmeister bei einer PR-Veranstaltung in Manchester an die Adresse von McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

Sein Stallrivale Lewis Hamilton hatte sich schon mal mit Red-Bull-Teamchef Christian Horner getroffen - seit der Zusage des Weltmeister-Teams an seinen australischen Routinier Mark Webber auch für 2012 ist aber klar: In diesem Jahr wird das Fahrerkarussell nicht mehr groß in Fahrt kommen. Vettel und Webber bei Red Bull, Fernando Alonso und Felipe Massa bei Ferrari, Hamilton und wohl auch Button bei McLaren, dazu Rekordweltmeister Michael Schumacher und sein deutscher Mitstreiter Nico Rosberg bei Mercedes - bei den großen Teams ist praktisch kein Platz mehr frei.

Vakante Cockpits bei vielversprechenden Rennställen sind jetzt schon rar. Adrian Sutil will sich bei Force India allerdings noch ein bisschen Zeit nehmen. Es sei noch zu früh, betonte der Gräfelfinger zuletzt beim Großen Preis von Belgien, den er auf dem überzeugenden siebten Platz abschloss. Landsmann Timo Glock hat sein Engagement beim unterlegenen Rennstall Marussia Virgin derweil längst verlängert. Das große Ziel des Teams ist das Russland-Debüt 2014.

Bleiben noch zwei deutsche Piloten, die auf eine mehr oder weniger kurzfristige Rückkehr ins Renncockpit hoffen. Nick Heidfeld versucht es bei Lotus Renault nach seiner unwürdigen Ausbootung per Gerichtsbeschluss und hofft auf ein positives Urteil am 19. September. Dauerreservist Nico Hülkenberg setzt auf gute Leistungen beim Training. Sollte sich Stammfahrer Sutil wider Erwarten gegen einen Verbleib bei Force India entscheiden, könnte das den Weg für Hülkenberg frei machen - der Ex-Williams-Pilot ist aktueller Test- und Ersatzfahrer.

Für Spannung dürfte weiterhin die Besetzung des Cockpits von Lotus Renault sorgen - wie auch immer die Richter die Ausbootung Heidfelds beurteilen. Derzeit steht Bruno Senna bei dem Team am höchsten im Kurs, doch wenn der im Februar verunglückte Robert Kubica zurückkehrt, muss auch der Neffe des dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna weichen. Ob und vor allem wann der Pole Kubica zurückkommt, ist allerdings nach wie vor offen.