Berlin/Frankfurt/Main (dpa) - Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 und dem Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan steht auch Deutschland im Visier islamistischer Terroristen.

Fast alle Anschläge konnten jedoch verhindert werden oder schlugen fehl - bis auf ein Attentat auf US-Soldaten im März in Frankfurt/Main. Eine Übersicht der Vorfälle:

April 2011: Ermittler nehmen in Nordrhein-Westfalen drei mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder fest, die einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben sollen. Laut Innenministerium wurde eine «konkrete bevorstehende Gefahr» abgewendet.

März 2011: Ein junger Kosovo-Albaner erschießt auf dem Flughafen Frankfurt/Main zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Er gilt als extremistischer Einzeltäter. Auslöser für seine Tat soll ein Internetvideo gewesen sein, in dem angeblich US-Soldaten ein Haus in Afghanistan plündern und ein Mädchen vergewaltigen.

September 2007: Die islamistische Sauerland-Gruppe wird festgenommen. Vor Gericht müssen sich die vier Mitglieder wegen der Planung von Terroranschlägen auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland verantworten. 2010 werden sie zu Strafen von bis zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

Juli 2006: Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Regionalzügen Kofferbomben gefunden. Wegen Technikfehlern explodierten sie nicht. Wenige Wochen später werden die Täter gefasst. Im Dezember 2008 wird der «Kofferbomber von Köln» zu lebenslanger Haft verurteilt. Auslöser für die Tat waren laut Urteil Mohammed-Karikaturen in Zeitungen.

Dezember 2004: Mitglieder der kurdisch-irakischen Islamistengruppe Ansar al-Islam plant, den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi während eines Deutschland-Besuches zu ermorden. Die Polizei hört ihre Telefongespräche ab und nimmt drei Männer fest. 2008 wird der Haupttäter zu zehn Jahren Haft verurteilt.