NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> hat am Freitag im Handelsverlauf deutlich zugelegt und seine Kursverluste nach Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole mehr als wettgemacht. Die europäische Gemeinschaftswährung übersprang wieder die Marke von 1,44 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,4485 US-Dollar. Zuvor war sie zwischenzeitlich noch bis auf 1,4330 Dollar abgesackt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor den Bernanke-Aussagen auf 1,4402 (Donnerstag: 1,4424) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6944 (0,6933) Euro.

Börsianer führten den jüngsten Anstieg des Euro-Kurses gegenüber dem Dollar auf die Entwicklung der Aktienmärkte zurück. Auch diese hatten nach einem kurzzeitigen Rücksetzer letztlich positiv auf die Aussagen Bernankes reagiert. Experten verwiesen vor allem darauf, dass der Fed-Präsident die längerfristigen Wachstumsaussichten für die USA als intakt bezeichnet hatte. Insgesamt sei eine gewisse Risikofreude zurückgekehrt, hieß es am Markt.

Bernanke hatte in seiner Rede zudem auf die vielfältigen Optionen der Notenbank verwiesen und angekündigt, dass die kommende Zinssitzung im September einen Tag länger als üblich dauern werde. "Die längere Sitzungszeit bedeutet, dass sich die Notenbank intensiv mit den aktuellen Problemen beschäftigen wird", sagte Devisenexperte Sebastian Sachs vom Bankhaus Metzler. Dies könnte ein Indiz für zusätzliche Maßnahmen der Fed sein.