Bern (dpa) - Die Schweizer Regierung und die Notenbank des Landes gehen gemeinsam gegen den starken Franken vor.

Während die Schweizerischen Nationalbank (SNB) ankündigte, die Liquidität auf dem Geldmarkt nochmals deutlich erhöhen zu wollen, will die Schweizer Regierung zwei Milliarden Franken (derzeit 1,74 Mrd Euro) in die Exportwirtschaft und den Tourismus pumpen. Die Pläne der Regierung müssen noch vom Parlament gebilligt werden, wo es bereits deutliche Kritik gab.

Hintergrund der Aktionen ist die Tatsache, dass der starke Franken auch auf das Preisgefüge in der Schweiz drückt. In den grenznahen Regionen kaufen die Konsumenten lieber im Euroraum, obwohl dort auch der Schweizer Einzelhandel vereinzelt bereits seine Waren zum Eurokurs anbietet. Exportorientierte Schweizer Unternehmen leiden derzeit extrem unter der Stärke der heimischen Währung. Die Notenbank griff bereits zum dritten Mal zu diesem Instrument, um den Franken nach unten zu drücken. Der Franken war in den vergangenen Monaten im Vergleich zum Euro im Aufwind, weil er als «sicherer Hafen» für Anleger in Krisenzeiten gilt.

Die bisher getroffenen Maßnahmen gegen die Frankenstärke zeigen laut SNB nun aber Wirkung. Tatsächlich ist der Kurs des Franken in den vergangenen Tagen zu anderen wichtigen Währungen auch merklich gefallen. An den Devisenmärkten stellte sich am Mittwoch jedoch noch nicht die gewünschte Reaktion ein.

Die Regierung, der Bundesrat, wolle mit den zwei Milliarden Franken möglichst viele Arbeitsplätze retten, sagte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Amman. Es seien Maßnahmen zugunsten der Exportwirtschaft, des Tourismus, der Innovationen, der Forschung, der Infrastrukturen sowie der Konsumenten geplant. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. In einzelnen Wirtschaftsbereichen sei die Lage kritisch, hieß es lediglich.

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