Paris (dpa) - Frankreichs Regierung hat nach einem Zeitungsbericht vor zwei Wochen einen Rettungsplan für die nationalen Banken erörtert, ihn nach negativen Reaktionen der Großbank BNP Paribas aber verworfen.

Obwohl die Regierung diese Information dementiert, beharrt die Sonntagszeitung «Le Journal du Dimanche» auf ihrer Darstellung. Die betroffenen Banken, die an der Börse vor allem wegen ihres Griechenland-Engagements seit Wochen erheblich unter Druck geraten sind, kommentierten diese Information jedoch nicht.

Nach dem Bericht hätte Paris am 11. September bei einem geheimen Spitzentreffen der Spitzenmanager von fünf Großbanken eine Finanzspritze von 10 bis 15 Milliarden Euro zur Stärkung von deren Eigenmittel in Aussicht gestellt. Die Führung der besonders schwer getroffenen Bank Société Générale hätte sich dafür ausgesprochen, sofern alle französischen Großbanken daran beteiligt sind. Ihr Rivale BNP Paribas habe das jedoch abgelehnt, um einen öffentlichen Eindruck der Schwäche französischer Banken zu verhindern. Damit sei der Plan vom Tisch gewesen, schreibt «Le Journal du Dimanche».

Die US-Ratingagentur Moody's hatte am 14. September die Kreditwürdigkeit von Crédit Agricole und Société Générale um je eine Stufe gesenkt und bei Marktführer BNP Paribas die Überprüfungsfrist verlängert. Alle drei Institute sind wegen ihres starken Engagements in Griechenland seit Anfang August stark unter Druck und haben mit erheblichen Verlusten an der Börse zu kämpfen. Die Regierung versuchte dennoch die Anleger zu beruhigen. «Die Befürchtungen der Märkte sind stark übertrieben. Die Situation der französischen Banken ist solide», ließ Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy mitteilen. Infolge der 2008 ausgebrochenen Wirtschafts- und Finanzkrise sei das Eigenkapital der Institute um 50 Milliarden Euro erhöht worden.