San Sebastián (dpa) - Der Spanier Isaki Lacuesta hat überraschend den Hauptpreis beim Internationalen Filmfestival von San Sebastián gewonnen. Der Regisseur erhielt in der nordspanischen Küstenstadt für seinen in Afrika gedrehten Dokumentarfilm «Los pasos dobles» die Goldene Muschel.

Die Entscheidung der Jury löste in der Presse Verblüffung und Proteste aus. «Der Film ist nicht nur unverständlich, sondern auch langweilig und anmaßend», schrieb Spaniens auflagenstärkste Zeitung «El País».

Mit dem Katalanen Lacuesta gewann erstmals seit neun Jahren wieder ein Spanier den Hauptpreis des wichtigsten spanischen Filmfestivals. Sein Film handelt von dem französischen Autor und Maler François Augiéras (1925-1971), der in der afrikanischen Wüste die Wände eines ehemaligen Bunkers mit Fresken bemalte. Der Künstler ließ sein Werk im Wüstensand versinken. In dem Film wirkt der mallorquinische Künstler Miquel Barceló mit, einer der bedeutendsten spanischen Maler der Gegenwart.

Zu einem überraschenden Doppelerfolg kam der griechische Film «Adikos Kosmos» (Ungerechte Welt). Filippos Tsitos erhielt am Samstagabend die Silberne Muschel für die beste Regie, Antonis Kafetzopoulos wurde als bester männlicher Hauptdarsteller ausgezeichnet. Die Spanierin María León erhielt für ihre Rolle im Drama «La voz dormida» (Die schlafende Stimme) den Preis für die beste weibliche Darstellerin. Die Französin Julie Delpy wurde für ihre Familienkomödie «Le Skylab» mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet. Der Deutsche Jan Zabeil erhielt den Preis für «neue Regisseure».

Das Kinofest von San Sebastián gehört zusammen mit Cannes, Venedig und Berlin zu den vier bedeutendsten Filmfestivals in Europa. Es steckt in letzter Zeit allerdings in einer Krise. Die großen internationalen Stars bleiben größtenteils weg. Zudem musste das Festival sein Budget kürzen.

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