Madrid (dpa) - Mit Mesut Özil kam die Wende: Nach der Einwechslung des deutschen Fußball-Nationalspielers machte Real Madrid im Punktspiel gegen den Aufsteiger Rayo Vallecano aus einem 0:1-Rückstand einen 6:2-Kantersieg.

«Özils Auftritt ließ die Nacht zum Tage werden», lobte das Sportblatt «Marca» die Partie des Ex-Bremers am Sonntag. Der FC Barcelona zeigte sich vom Torfestival des Titelrivalen aber unbeeindruckt und ließ unmittelbar darauf einen glanzvollen 5:0-Sieg über Atlético Madrid folgen.

Für Real begann die Partie im Bernabéu-Stadion gegen den kleinen - und vom Bankrott bedrohten - Nachbarn mit einem Schock. Nach nicht einmal 20 Sekunden lagen die «Königlichen» durch ein Tor von Michu 0:1 zurück. Dabei hatten sie sich fest vorgenommen, nach ihren jüngsten Punktverlusten bei den Abstiegskandidaten UD Levante und Racing Santander eine neue Erfolgsserie zu starten. Vor allem wollten sie die zuletzt zirkulierenden Berichte widerlegen, wonach das Team nicht mehr geschlossen hinter Trainer José Mourinho stehen sollte.

Der Coach wechselte in der 29. Minute Özil für den Franzosen Lass ein, und mit dem Deutschen kam bei Real wieder Linie ins Spiel. «Es ist eine Sünde, Özil auf die Ersatzbank zu setzen», meinte das Sportblatt «As». Cristiano Ronaldo (39. Minute) erzielte den Ausgleich und zwei weitere Elfmeter-Tore (51./84.). Die anderen Treffer für die Madrilenen schossen Gonzalo Higuaín (45.), Raphael Varane (67.) und Karim Benzema (73.) auf Vorlage von Özil.

Real konnte erleichtert aufatmen. Von einer Krise ist nun keine Rede mehr. «Mourinho ist der beste Trainer der Welt», betonte Vereinspräsident Florentino Pérez am Sonntag auf einer Mitgliederversammlung.

Auf den Dreierpack des Real-Stürmers Ronaldo ließ Barças Star Lionel Messi gegen Atlético ebenfalls drei Treffer folgen. «Zu Messi fehlen mir die Worte, man muss ihn einfach gesehen haben», schwärmte Trainer Josep Guardiola. David Villa (8.) und Miranda per Eigentor (14.) hatten die Katalanen in Führung gebracht, Messi (25./77./90.) rundete das Festival mit drei Toren ab. «Diese Barça-Elf ist wie von einem anderen Stern», meinte Atléticos Torwart Thibaut Courtois. Der Belgier hatte zuvor in vier Punktspielen nur einen Gegentreffer kassiert. Nun wurde er binnen 90 Minuten häufiger geschlagen als in den vergangenen zwei Monaten.

Atlético, das sich nach seinem guten Saisonstart sogar Titelchancen ausgerechnet hatte, konnte dem Angriffswirbel des Meisters und Champions-League-Siegers nichts entgegensetzen. Der Ex-Wolfsburger Diego trat bei den Rot-Weißen praktisch nicht in Erscheinung.