Düsseldorf (dpa) - Schalke meistert den Rangnick-Schock, Bayern spielt wie der kommende Meister und Gladbach setzt seinen Höhenflug fort. Der siebte Spieltag der Fußball-Bundesliga schrieb aber nicht nur sportliche Schlagzeilen.

Die Burnout-Offenbarung von Ralf Rangnick machte ebenso betroffen wie die Inhaftierung von Bayern-Profi Breno wegen des Verdachts auf Brandstiftung.

«Es war ein Spiel auf der Rasierklinge», sagte Seppo Eichkorn, Interimscoach vom FC Schalke 04, nach dem 4:2 gegen den SC Freiburg. Zwei Tage nach dem Rückzug von Trainer Ralf Rangnick sicherte der zunächst fahrig agierende Revierclub den Erfolg erst im Schlussspurt. «Dieser Sieg gehört Ralf Rangnick. Wir wollten ihm zusätzlich Kraft geben», meinte 04-Torwart Ralf Fährmann. Die drei Punkte verschaffen Schalke Luft bei der Suche nach einem neuen Coach. «Jetzt brauchen wir keinen Schnellschuss zu machen», erklärte Manager Horst Heldt.

Schnell handeln oder in Ruhe entscheiden, ist auch die Frage beim Tabellenletzten Hamburger SV. Im Freitagspiel schöpften die Hanseaten unter Interimscoach Rodolfo Cardoso mit dem 2:1 beim VfB Stuttgart wieder Hoffnung. Als aussichtsreichster Trainerkandidat gilt nach der Entlassung von Michael Oenning Ex-Coach Huub Stevens.

Als Idealbesetzung im Traineramt erweist sich bei Bayern München Jupp Heynckes. Gegen Bayer Leverkusen, Ex-Club des 66-Jährigen feierte der Rekordmeister ein 3:0 und damit den sechsten Zu-Null-Sieg - bei 21:0 Toren! «Die Bayern spielen in einer Liga für sich», befand Bayer-Coach Robin Dutt am Sonntag in der Sendung «Doppelpass» bei Sport1. Das Selbstbewusstsein der Münchner Profis steigt von Sieg zu Sieg. «Wir können uns nur selber schlagen in der Verfassung, in der wird sind», meinte Kapitän Philipp Lahm.

Vor Selbstüberschätzung und zu viel Euphorie warnte Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre trotz des anhaltenden Höhenflugs nach dem 1:0 gegen den 1. FC Nürnberg. «Wir sind extrem zufrieden, müssen aber am Boden bleiben», sagte Favre. 16 Punkte aus sieben Spielen bedeuten den besten Saisonstart seit 1987/88.

Siegen kann auch Titelverteidiger Borussia Dortmund wieder. Mit dem 2:1 beim FSV Mainz 05 gelang noch fünfwöchiger Ergebnis-Krise ein Befreiungsschlag. «Das war ein Big Point. Wir wussten gar nicht mehr, wie sich das anfühlt, gleich drei Punkte auf einmal zu bekommen», freute sich BVB-Coach Jürgen Klopp. Vier Tage vor dem Champions-League-Spiel bei Olympique Marseille kam der Erfolg zur rechten Zeit. Dennoch mahnte Klopp: «Wir sollten jetzt nicht so tun, als würde dieser Sieg einen riesigen Vorteil einbringen.»