London (dpa) - Edin Dzeko und Manchester City hatten den 2:0-Pflichtsieg gegen den FC Everton schnell abgehakt. Der Tabellenzweite der englischen Eliteklasse dachte nur noch an den Champions League-Knüller in München.

Die harsche Kritik von Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an Citys Finanzpolitik motiviert Dzeko und Co. noch zusätzlich. Die Form stimmt auf jeden Fall. Durch den fünften Erfolg im sechsten Spiel zogen die «Citizens» mit 16 Zählern mit Meister und Tabellenführer Manchester United gleich, das durch das 1:1 (0:1) bei Stoke City überraschend die ersten Punkte in dieser Saison abgab.

Dritter bleibt der FC Chelsea durch das 4:1 (2:0 über Swansea City. Der FC Arsenal mit Nationalspieler Per Mertesacker konnte nach dem 3:0 (0:0) gegen die Bolton Wanderers aufatmen und einen weiteren Absturz verhindern. Dabei gelangen dem niederländischen Kapitän Robin van Persie seine Treffer Nummer 99 und 100 für die «Gunners».

Dzeko wurde unterdessen nach sechs Treffern in vier Ligaspielen immerhin als «Spieler des Monats August» in der Premier League geehrt. «Das Spiel in München ist etwas ganz Besonderes für mich», erklärte der Ex-Wolfsburger in einem Interview der «WELT am SONNTAG», «es wäre auch ein würdiges Finale. Aber erstmal wollen wir das Gruppenspiel gewinnen.» Gegen die «Toffees» ging Dzeko zwar leer aus, doch seine Auswechslung nach 60 Minuten für Mario Balotelli erwies sich als spielentscheidend. Der Italiener traf zum 1:0 (68.), der englische Nationalspieler James Milner machte alles klar (89.).

Dzeko ist mit einer Ablöse von 35 Millionen Euro nach wie vor der teuerste Akteur, der je die Bundesliga verlassen hat. Dass sein neuer Arbeitgeber durch die schier unerschöpflichen finanziellen Ressourcen des milliardenschweren Scheichs Mansour Bin Zayed Al Nahyan seit 2008 kontinuierlich aufgerüstet wurde und im krassen Gegensatz zu den solide wirtschaftenden Münchnern steht, stört Dzeko nicht. «Natürlich wurde in Manchester innerhalb kurzer Zeit viel aufgebaut, aber dass Vereine durch das Geld reicher Leute nach oben gebracht werden, hat es schon immer gegeben», meinte der Stürmer-Star, der in München neben dem 45 Millionen Euro teuren argentinischen Neuzugang Sergio Agüero im Fokus stehen dürfte.

Auch Dzekos Trainer Roberto Mancini ließ die Kritik der Bayern-Verantwortlichen an der Transferpolitik der «Sky Blues» kalt. «Jeder sagt, dass wir eine Menge Geld ausgegeben haben, na und? Wir wollen besser werden», sagte Mancini. Behauptungen, ManCity hätte auch vor dieser Saison das meiste Geld von allen verprasst, seien schlichtweg falsch. «Viele Menschen in Europa haben inzwischen eine hohe Meinung von Manchester City.» Viele, aber nicht alle. Rummenigge hatte zuvor den verbalen Schlagabtausch eröffnet. «Geht es nach den Bilanzen, so hat Manchester City im letzten Jahr 143 Millionen Euro Verlust gemacht», stichelte Rummenigge. Mancini konterte mit der süffisanten Bemerkung: «Die Bayern sind wie wir. Sie spielen guten Fußball und wollen gewinnen.»