Monza (SID) - Vor seinem "dritten Heimrennen" in Monza erinnert sich Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher nicht nur an frühere Erfolge in Ferrari-Farben. Der heutige Mercedes-Pilot denkt vor dem Großen Preis von Italien (Sonntag, 14.00 Uhr/RTL und Sky) auch an Wolfgang Graf Berghe von Trips, der fast auf den Tag genau vor 50 Jahren am 10. September 1961 auf dem Weg zum möglichen WM-Titel dort tödlich verunglückt ist.

"Was mich mit ihm verbindet, ist der Kart-Club. Angefangen hat alles auf der Bahn in Horrem, wo der Klub zu Hause war", sagte Schumacher mit Blick auf die noch vom Grafen geplante Kart-Strecke neben dem Familienstammsitz Burg Hemmersbach, wo sein Vater einst Platzwart war und er seine ersten Runden im Kart gedreht hatte. "Natürlich war ich immer dankbar für die Möglichkeiten, die sich mir dadurch geboten haben. Das ist eine ganz spezielle Sache, auf die ich heute noch stolz bin."

Von Trips, der 1961 bei Ferrari als erster Deutscher einen Grand Prix gewonnen hatte, habe zu dem Zeitpunkt den Motorsport in Deutschland in die Öffentlichkeit gebracht, sagte Schumacher. Damit habe er auch eine "ganz wichtige Chance für die Jugend, die danach kommt, geschaffen, gefördert zu werden". Auch Sebastian Vettels Karriere kam im Kart-Club Kerpen richtig auf Touren.

Schumacher selbst feierte in Monza viele Erfolge für Ferrari und ist bei den Tifosi heute noch beliebt, obwohl er seit seinem Comeback für Mercedes fährt. Am Donnerstagnachmittag gab es einen riesigen Fanauflauf in der Boxengasse. Als Schumacher zum Autogrammeschreiben aus der Box kam, mussten gleich mehrere Ordner mit vereinten Kräften das Absperrgitter zurückhalten. "Michael, Michael" und "Schumi, Schumi" skandierten die Fans immer wieder.

"Natürlich habe ich viele interessante Erinnerungen an meine Zeit mit meinen roten Freunden", sagte Schumacher: "Monza ist so etwas wie mein drittes Heimrennen nach dem Nürburgring und Spa." Fünfmal hat Schumacher in Monza im Ferrari triumphiert, zuletzt 2006. Weil sein Silberpfeil zurzeit aber nicht siegfähig ist, muss er seinen Wunsch nach einem weiteren Erfolg "auf das nächste Jahr vertagen".