Berlin (dpa) - Der ehemalige Bayern-Coach und Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat Passagen aus dem Buch von Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm als «absolut unqualifiziert und nicht angebracht» kritisiert.

«Für einen Spieler gibt es nie den perfekten Trainer. Als Spieler hat man immer gerne irgendwo etwas auszusetzen und würde es gerne anders machen», sagte der heutige US-Nationalcoach am Samstagabend im «Aktuellen Sportstudio» des ZDF. Erst wenn man die Spielerkarriere beendet habe, bekomme man den größeren Blick für Dinge und wisse, was ein Trainer alles machen muss, betonte der frühere Fußball-Nationalspieler Klinsmann.

«Er ist ja nicht nur da, um auf dem Trainingsplatz ein paar Übungen zu führen, sondern er ist dafür da, ein gesamtes Umfeld zu leiten, was wir - glaube ich - von 2004 bis 2006 fantastisch umgesetzt haben mit vielen, vielen Problemfeldern. Und deswegen sind solche Äußerungen natürlich, die Philipp gemacht hat, absolut unqualifiziert und nicht angebracht», sagte Klinsmann, «aber ich glaube, das haben ihm schon ein paar Leute mittlerweile gesagt.»

Lahm hatte in seinem Buch «Der feine Unterschied» die Arbeitsmethoden einiger seiner Trainer teilweise infrage gestellt - und dabei auch Klinsmanns Wirken als Bayern-Coach kritisiert, sich jedoch nicht auf dessen Zeit als Bundestrainer bezogen.

Klinsmann, der die DFB-Elf 2006 zum dritten Platz bei der WM in Deutschland geführt hatte, scheiterte bei den Bayern nach nur zehnmonatiger Amtszeit im April 2009.