Berlin/Düsseldorf (dpa) - Europas größte Zeitung, «Bild», hofft auf einen Rekord bei den Vertriebserlösen und will ihre Zusatzgeschäfte weiter ausbauen.

«Wir wollen nach dem sehr guten Jahr 2010 auch 2011 mit dem Verkauf der Zeitung so viel Geld verdienen wie nie zuvor», sagte «Bild»-Chefredakteur Kai Diekmann dem «Handelsblatt» (Donnerstag). Weitere Preiserhöhungen bei dem Flaggschiff des Medienkonzerns Axel Springer schloss der 47-Jährige nicht aus. «Für einen Cappuccino zahlen Sie heute im Café mindestens 2,80 Euro. Da sind 70 Cent für eine Zeitung nicht viel. Deshalb schließe ich auch nicht aus, dass "Bild" irgendwann einen Euro kosten wird», sagte Diekmann.

Das Blatt will seine Zusatzgeschäfte weiter ausbauen und noch in diesem Jahr mit einer Bücherreihe der Literaturnobelpreisträger an den Start gehen. «Vor 40 Jahren gab es den Nobelpreis-Kanon beim Bertelsmann-Buchklub. Wir werden die Idee nun mit 20 Bänden zu einem sensationellen Preis wiederbeleben», sagte Diekmann. Für das Buchprojekt habe er seit mehr als fünf Jahren gekämpft.

«Bild» ist mit täglich 2,9 Millionen verkauften Exemplaren die mit Abstand meistverkaufte Zeitung in Europa. Diekmann, der das Blatt als Chefredakteur bereits seit über zehn Jahren führt, setzt auf Bezahlinhalte in der digitalen Medienwelt. «Schon heute bezahlen mehr als 100 000 Menschen jeden Tag für ihre digitale "Bild"-Ausgabe auf mobilen Endgeräten. Aber klar: Die Apps für Tablet-PCs sind heute noch kein großes Geschäft im Vergleich zu Print. In drei Jahren wird das ganz anders sein.»