Schwerin (dpa) - Helmut Holter (58) ist das Aushängeschild der Linken in Mecklenburg-Vorpommern. In den 90er Jahren hatte er als Landesparteichef die damalige PDS gegen erhebliche, auch interne Widerstände regierungsfähig gemacht und 1998 in die bundesweit erste rot-rote Landesregierung geführt.

Dort war er acht Jahre lang Arbeitsminister und bis 2002 auch Vize-Regierungschef. Nach der Landtagswahl 2006 und dem Ende der Links-Koalition wurde er wieder Mitglied der Landtagsfraktion. Deren Leitung übernahm er 2009, allerdings fiel seine Wahl äußerst knapp aus. Holter macht keinen Hehl daraus, dass er der Oppositionsrolle überdrüssig ist und mit seiner Partei zurück an die Macht will. «Gestalten kann man nur von der Regierungsbank aus», so seine Erfahrung.

Für seinen Kurs hat Holter in den eigenen Reihen inzwischen breiten Rückhalt. Vielen seiner Genossen war der in Moskau geschulte ehemalige Mitarbeiter der SED-Bezirksleitung Neubrandenburg 1998 zu forsch auf eine Regierungsbeteiligung losmarschiert. Doch dieser Flügel hat an Einfluss eingebüßt. Auch die Kritik, die Holter einstecken musste, als er in einem Interview das einstige SED-Regime mit «Terror, Mord, Repression» in Zusammenhang brachte, ist weitgehend verstummt. Holter gilt als politischer Pragmatiker und damit potenzieller Partner für die SPD, mit der er einen «Politikwechsel» im Nordosten anstrebt. Zu radikalen Forderungen, die immer wieder aus den Reihen der Bundespartei kommen, hält er bewusst Distanz.

Der studierte Betonbauingenieur stammt aus Ludwigslust. Er ist mit einer Armenierin verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.