Schwerin (dpa) - In Mecklenburg-Vorpommern wird gewählt. Knapp 1,4 Millionen Einwohner sind aufgerufen, über ein neues Landesparlament zu entscheiden. Für die neuen Großkreise, die mit dem 4. September entstanden sind, werden zudem Kreistage und Landräte gewählt.

Bei sommerlichen Temperaturen begannen die Wahlen eher schleppend. Per Anzeige in Sonntagsblättern hatten Politiker der demokratischen Parteien nochmals für eine hohe Wahlbeteiligung geworben.

Als erste der Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gab am Morgen die Grünen-Politikerin Silke Gajek ihre Stimme ab. Ihrer Partei werden gute Chancen gegeben, erstmals in den Schweriner Landtag einzuziehen. «Die Stimmung im Wahlkampf war für uns sehr gut, in Umfragen lagen wir stets bei sieben bis acht Prozent. Ich bin sicher, dass wir es schaffen», gab sich die 49-Jährige zuversichtlich. Gelingt es den Grünen, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen, wären sie in allen deutschen Landesparlamenten vertreten.

Um die 71 Sitze im Landtag bewerben sich 341 Kandidaten, 16 Parteien treten zur Wahl an. In Umfragen hatte die von Ministerpräsident Erwin Sellering geführte SPD stets vorn gelegen, sie gilt als klarer Favorit. Dahinter liegen mit CDU und Linke zwei Parteien, die sich Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung machen. Sellering hält sich die Fortführung der bisherigen rot-schwarzen Koalition, aber auch ein rot-rotes Bündnis offen.

Für die bisher ebenfalls im Landtag vertretenen Parteien FDP und NPD könnte die Fünf-Prozent-Hürde dieses Mal zu hoch sein. Sowohl die Liberalen als auch die rechtsextreme NPD hatten im Umfragen meist knapp darunter gelegen.

Bei der Landtagswahl 2006 landete die SPD mit 30,2 Prozent knapp vor der CDU (28,8). Die Linke erzielte mit 16,8 Prozent eines ihrer schlechtesten Ergebnisse im Land, die FDP mit 9,6 Prozent einen Rekordwert. Die rechtsextreme NPD erreichte 7,3 Prozent, die Grünen scheiterten mit 3,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

Die 71 Sitze im Landtag verteilen sich derzeit so: SPD 22, CDU 22, Linke 13, FDP 7 und NPD 6, fraktionslos 1 (ein für die SPD gewählter Abgeordneter). Die Wahlbeteiligung betrug 2006 nur 59,1 Prozent.