Berlin (dpa) - Bei der Suche nach einem Atomendlager hält Bundesumweltminister Norbert Röttgen nach einem Zeitungsbericht trotz der Einwände aus Niedersachsen an einer Erkundung von Gorleben fest.

Dies berichtet die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» (Samstag) unter Berufung auf einen internen Brief Röttgens an den niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister (beide CDU).

Röttgen hatte unabhängig davon angesichts des Widerstands in Niedersachsen angekündigt, bis zum Jahresende Vorschläge zu machen, wie es generell bei der Suche nach einem Endlager weitergehen soll. Dabei soll auch geklärt werden, ob andere mögliche Standorte als der Salzstock Gorleben im Wendland in Erwägung gezogen werden.

McAllister (CDU) stellte zuletzt das bisherige Endlagerkonzept infrage. Der Regierungschef wirbt dafür, Atommüll so zu lagern, dass er im Fall der Fälle zurückgeholt werden kann. Diese Position bedeutet eine Abkehr von dem seit mehr als 30 Jahren von Bund und Ländern präferierten Endlager Gorleben. Denn das Lager im Salzstock, das seit Jahrzehnten auf seine Eignung geprüft wird, sollte eigentlich den Atommüll für immer aufnehmen.

In dem am Freitag in Hannover bekannt gewordenen Antwortschreiben an McAllister schreibe Röttgen, entscheidend für die Rückholbarkeit sei weniger das Medium am Standort als vielmehr dessen konkrete «Ausgestaltung». Danach bleibe es bei der vom Bund vorgesehenen Erkundung Gorlebens.

Experten in Hannover reagierten nach den Angaben mit Unverständnis auf Röttgens Brief. Es sei bekannt, dass sich ein Salzstock über die Jahrhunderte hinweg wieder verschließe - egal, wie er unterirdisch ausgestaltet sei. Eine Rückholbarkeit atomarer Abfälle in Gorleben sei «höchstens über 80 Jahre hinweg» zu gewährleisten.

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