Moskau/Brüssel (dpa) - Die russische Sberbank interessiert sich nach Medienangaben für die türkische Deniz-Bank, eine Tochter des in Turbulenzen geratenen belgisch-französischen Geldhauses Dexia.

Die Aufmerksamkeit der größten russischen Bank sei «mehr als groß», sagte ein namentlich nicht genannter Sberbank-Mitarbeiter der Moskauer Zeitung «Kommersant» (Samstag). Erst vor kurzem hatte Sberbank-Chef German Gref gesagt, die attraktivsten Märkte für sein Unternehmen seien derzeit die Türkei und Polen. l Die Deniz-Bank betreibt in der Türkei rund 500 Filialen. Zum Vergleich: Die 1841 gegründete Sberbank, die den Großteil der russischen Spareinlagen verwaltet, verfügt allein in Russland über mehr als 20 000 Niederlassungen.

Russlands größte Bank hatte erst im September ihre Aktivitäten nach Osteuropa erweitert. Mit der Ost-Tochter der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG), der Volksbank International (VBI), unterzeichnete das Unternehmen einen Kaufvertrag. Dagegen war 2009 der Sberbank-Versuch gescheitert, mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna den Autobauer Opel zu übernehmen.

Vor der Verwaltungsratssitzung von Dexia am Sonntag wollte sich die belgische Regierung erneut abstimmen. Es gehe dabei um den Preis für den belgischen Teil der Dexia-Bank, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Er soll verstaatlicht werden. Ein weiteres Thema sei die Höhe der Garantien für eine noch zu gründende «Bad Bank» für Risikopapiere. Die belgische Regierung sprach darüber auch weiter mit der französischen Regierung in Paris.