Frankfurt/Main (dpa) - Jubel auf der Insel, Entsetzen bei den Eidgenossen: Nach dem Last-Minute-Knockout in der EM-Qualifikation ist die Schweiz mit Trainer Ottmar Hitzfeld erstmals seit zehn Jahren bei einem großen Fußball-Turnier nur Zaungast.

Dagegen löste England mit dem 2:2 in Montenegro als siebtes Team die Fahrkarte zur EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine. Das Ziel dicht vor Augen haben nach wichtigen Siegen Russland und Griechenland. Zu echten Endspielen um die Direkt-Qualifikation kommt es am Dienstag zwischen Dänemark und Portugal sowie Frankreich und Bosnien-Herzegowina.

Die Schweiz musste nach einem 0:2 in Wales und Montenegros Last-Minute-Ausgleich gegen England die letzten Hoffnungen auf die EM-Teilnahme begraben. «Wir sind um ein Endspiel beraubt worden. Jetzt stehen wir hilflos da», meinte Hitzfeld. Seine Truppe bot in Cardiff allerdings auch keine EM-reife Vorstellung. «Es ist natürlich bitter, dass wir nicht an die Leistung vom letzten Spiel gegen Bulgarien anknüpfen konnten. Wir müssen diesen Rückschlag nun zusammen verarbeiten und nach vorne schauen», sagte Hitzfeld.

Frenetisch gefeiert wurde in Podgorica, wo der eingewechselte Andrija Delibašic Montenegro mit seinem Ausgleichstor in der Nachspielzeit in die Relegation schoss. Die Engländer konnten dies locker verschmerzen, denn der Punkt reichte zum Gruppensieg. Mit der vorzeitigen Qualifikation wurde das Debakel von 2008, als die Endrunde in letzter Minute verpasst wurde, endgültig abgehakt. «Wir sind sehr glücklich, dass wir bei der EURO dabei sind», meinte Englands Coach Fabio Capello.

Ein Wermutstropfen war jedoch die Rote Karte für Stürmerstar Wayne Rooney nach einem rüden Foul an Miodrag Džudovic. «Ich habe ihm in der Kabine gesagt, dass dies ein dummer Fehler war. Er hat sich dafür entschuldigt», berichtete Capello. Der Italiener hofft nun auf eine milde Strafe für den Torjäger von Manchester United, der den «Three Lions» bei der EM aber mindestens im ersten Spiel fehlen wird.

Gefeierter Held beim 2:0-Sieg Griechenlands gegen Kroatien war Eintracht Frankfurts Torjäger Theofanis Gekas, der per Kopf den Endstand markierte. Die Partie in Piräus wurde jedoch von Ausschreitungen überschattet und stand in der Anfangsphase vor dem Abbruch, als Chaoten zahlreiche Feuerwerkskörper zündeten. Erst nach siebenminütiger Unterbrechung pfiff der englische Schiedsrichter Howard Webb das Spiel wieder an.

Wie die Griechen benötigt auch Russland nach dem 1:0 in Slowenien nur noch einen Punkt, um die Qualifikation perfekt zu machen. Auch Frankreich reicht im Endspiel der Gruppe D gegen Bosnien-Herzegowina ein Remis. Unter dem neuen Coach Laurent Blanc ist die «Équipe Tricolore» seit 14 Spielen ungeschlagen und auf dem besten Weg, die WM-Schmach von 2010 zu tilgen.