Nürnberg (dpa) - Auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg wird heute ein neuer Parteivorstand gewählt. Während der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer bei seiner Wiederwahl mit einem eindeutigen Vertrauensbeweis rechnen kann, wird es um die vier Stellvertreter-Posten eine Abstimmung zwischen fünf Bewerbern geben.

Erwartet wird dabei, dass es zu einem direkten Duell zwischen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dem bekennenden Euro-Skeptiker Peter Gauweiler kommt. Die weiteren Kandidaten sind Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bayerns Justizministerin Beate Merk und Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt.

Seehofer hatte bei seiner ersten Wiederwahl vor zwei Jahren 88,1 Prozent der Stimmen bekommen. In der CSU wird allgemein erwartet, dass er wieder ein ähnliches oder sogar etwas besseres Ergebnis erreichen kann. Die SPD-Spitzenkandidatur von Münchens populärem Oberbürgermeister Christian Ude für die Landtagswahl 2013 werde die «Reihen schließen», hatte es im Vorfeld des Parteitags geheißen.

Ob bei den Vizes Ramsauer oder Gauweiler das Rennen machen wird, ist offen - wobei Gauweiler als Favorit gilt. Doch während ihm vor einigen Wochen von vielen CSU-Politikern noch ein klarer Sieg vorhergesagt wurde, wird nun mit einem knapperen Ausgang gerechnet.

Nicht ausgeschlossen war zudem noch, ob es statt einer Einzel- zu einer Sammelabstimmung über die Vizes kommen könnte. Dann nämlich wäre nach allgemeiner Einschätzung auch Merks Wiederwahl unsicher.

Am Freitag hatte sich die CSU in der Frage der Euro-Rettung in einem ganz zentralen Punkt klar von der Schwesterpartei CDU und Kanzlerin Angela Merkel abgegrenzt: Die CSU droht notorischen Schuldensündern mit einem Rauswurf aus der Euro-Zone. Ein entsprechender Leitantrag wurde einstimmig verabschiedet. Merkel und Seehofer vermieden in Nürnberg aber jede offene Konfrontation.

Zudem forderte der CSU-Parteitag - ebenfalls anders als Merkel, aber auch die FDP - die Einführung einer Pkw-Vignette für Autobahnen. Zudem gab es ein klares CSU-Bekenntnis zur Hauptschule.