Nürnberg (dpa) - Der Euro-Skeptiker Peter Gauweiler ist mit seiner Bewerbung um einen CSU-Vize-Posten gescheitert. Er unterlag auf dem CSU-Parteitag am Samstag in Nürnberg in einer Kampfabstimmung sehr knapp gegen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.

Ramsauer erhielt 440 Stimmen, auf Gauweiler entfielen 419. Ramsauer bleibt damit auch weiter einer der vier Stellvertreter von Parteichef Horst Seehofer.

Zuvor war Seehofer selbst von den Delegierten für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Er erhielt 747 von 831 gültigen Stimmen. Das sind 89,9 Prozent - etwas mehr als die 88,1 Prozent bei seiner ersten Wiederwahl vor zwei Jahren.

Zu weiteren Stellvertretern Seehofers wurden erwartungsgemäß Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bayerns Justizministerin Beate Merk und Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt gewählt. Stamm erreichte 85,8 Prozent, Schmidt 73,1 Prozent und Merk 63,2 Prozent.

In seiner Grundsatzrede hatte Seehofer zuvor versucht, seiner Partei Stolz und Zuversicht einzuimpfen und sie damit auf den Kampf um den Machterhalt in Berlin und München 2013 einzuschwören. «Wir brauchen uns, liebe Freunde, vor niemandem zu fürchten», rief er. «Wir haben die besseren Köpfe, wir haben die besseren Inhalte.» Unter dem Applaus der rund 1000 Delegierten fragte er: «Vor wem haben wir eigentlich Angst?» Die CSU könne es besser. «Bayern steht so gut da wie noch nie zuvor in seiner Geschichte», sagte der Ministerpräsident.

Dabei hob Seehofer auch seinen eigenen Beitrag hervor. «Ich kann Vollzug melden: Auch in den letzten drei Jahren unter meiner Verantwortung ist Bayern die Nummer eins in Deutschland und unter den Top Ten in Europa.» Er betonte: «Die CSU ist lebendig, sie ist voller Energie, sie ist die wahre und einzige Volkspartei in Bayern.»

Insbesondere attackierte Seehofer - ohne ihn ein einziges Mal namentlich zu nennen - seinen SPD-Herausforderer für die Landtagswahl, den Münchner OB Christian Ude, aber auch den möglichen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Die von Ude regierte Landeshauptstadt München verdanke ihre gute Situation Investitionen des Freistaats. «Mit fremdem Geld lässt sich gut stinken.»