Danzig (dpa) - Mit zwei souveränen Erfolgen haben Deutschlands Tischtennis-Teams zum Auftakt der Europameisterschaft in Danzig ihre Medaillen-Ansprüche unterstrichen. Top-Star Timo Boll und seine Mitstreiter starteten mit einem 3:0-Arbeitssieg gegen Gastgeber Polen in das Turnier.

Die Damen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) gewannen ihr erstes von zwei Gruppenspielen unerwartet deutlich mit 3:0 gegen Russland und gaben dabei keinen Satz ab.

Etwas spannender machten es die Männer: Der deutsche Meister Bastian Steger (Saarbrücken) benötigte fünf Sätze, ehe der mühevolle Erfolg gegen den gebürtigen Chinesen Wang Zeng Yi unter Dach und Fach war. Auch der WM-Dritte Boll (Düsseldorf) überließ Jakub Kosowski einen Satz. Nur der Weltranglisten-13. Dimitrij Ovtcharov (Orenburg) kannte kein Pardon mit Daniel Gorak. «Wir hatten einige Probleme, dennoch war es relativ angenehm für mich. Wichtig war die mentale Stärke von Bastian im ersten Einzel», sagte Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf.

Die DTTB-Damen stellten mit ihrem beeindruckenden Auftritt sogar das Auftaktmatch der Herren in den Schatten. «Wir haben alle fantastisch gespielt. Bei uns kann jeder die Führungsposition übernehmen», kommentierte Rückkehrerin Irene Ivancan das Damen-Match. Die Neu-Berliner feierte nach mehr als sechs Jahren ein tolles EM-Comeback und stellte im Auftakteinzel mit einem Drei-Satz-Sieg gegen Polina Michailowa die Weichen. «Irenes dominanter Auftritt war richtungsweisend», lobte Bundestrainer Jörg Bitzigeio die Abwehrspielerin.

Die Kroppacher Clubkolleginnen Kristin Silbereisen und Jiaduo Wu hatten es danach ebenfalls eilig. «Ich war überrascht, dass die Mädels so schnell zum Mittagessen wollten», scherzte Bitzigeio. Zugleich warnte er sein Team vor den beiden Gruppenspielen gegen Rumänien und die Ukraine: «Das war erst ein Spiel. Wir dürfen nicht in Euphorie verfallen.»