Danzig (dpa) - Zwei Erfolge und eine bittere Niederlage verbuchten die deutschen Tischtennis-Teams am ersten Tag der Europameisterschaft in Danzig. Der 3:0-Arbeitssieg von Timo Boll und Co. gegen Gastgeber Polen strahlte keinen ganz großen Glanz aus.

Die Damen-Auswahl verpasste nach einem grandiosen 3:0 gegen Russland durch ein 2:3 gegen Rumänien den vorzeitigen Einzug in das EM-Viertelfinale. Gegen die Ukraine steht das Team nun am Sonntag unter Siegzwang.

«Wir dürfen nicht zu euphorisch werden», hatte Damen-Coach Jörg Bitzigeio seine Spielerinnen nach dem Auftaktspiel noch gewarnt. Gegen Russland blieb sein Trio ohne Satzverlust, gegen Rumänien vergab Ex-Europameisterin Jiaduo Wu (Kroppach) beim Stand von 2:1 zwei Matchbälle gegen Daniela Dodean. So blieb es bei den Siegen von Irene Ivancan (Berlin) und Kristin Silbereisen (Kroppach).

Dennoch scheint der Einzug in die K.o.-Runde für das Team des WM-Dritten von 2010 gegen die Ukraine machbar zu sein. Die Rückkehr von Abwehrspielerin Ivancan ins EM-Team wirkt sich positiv aus, auch wenn die Neu-Berlinerin ihr zweites Einzel gegen Elizabeta Samara verlor. «Wir sind alle sehr motiviert», sagte Ivancan.

Das favorisierte Herren-Team hatte einige Probleme mit dem EM-Gastgeber. Der umkämpfte Fünf-Satz-Sieg von Bastian Steger (Saarbrücken) gegen den gebürtigen Chinesen Wang Zeng Yi machte den Weg frei. «Das erste Spiel ist nie einfach. Wir haben uns aber gut verkauft. Es ist noch Luft nach oben da», analysierte der WM-Dritte Boll die Partie vor rund 2000 Zuschauern in der riesigen Ergo Arena.

Der Rekord-Europameister nahm seinen Satzverlust gegen Jakub Kosowski ganz gelassen hin. «Das ist kein Beinbruch», sagte Boll. Gegen Kroatien und die Slowakei wollen die DTTB-Herren den Einzug in das Viertelfinale perfekt machen. Bundestrainer Jörg Roßkopf schloss dabei personelle Änderungen beim Titelverteidiger nicht aus.