Brüssel (dpa) - Der französisch-belgische Finanzkonzern Dexia soll für seine Rettung zerschlagen werden. Der Verwaltungsrat beriet am Sonntagabend in Brüssel dieses äußerst komplizierte Vorhaben, berichteten belgische Medien.

Die Regierungen Belgiens, Frankreichs und Luxemburgs hatten sich vorher auf höchster Ebene auf eine gemeinsame Linie verständigt. Frankreichs Regierungschef Francois Fillon war dazu in die belgische Hauptstadt gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

Die Bank war als erstes großes europäisches Kreditinstitut im Zuge der von Griechenland ausgehenden europäischen Schuldenkrise in Turbulenzen geraten.

Nach Medieninformationen will der belgische Staat etwa vier Milliarden Euro für die Übernahme der Dexia Banque Belgique zahlen. Nach Schätzungen ist der belgische Arm des Konzerns zwischen drei und sieben Milliarden Euro wert. Belgiens Finanzminister Didier Reynders äußerte sich nicht zu Beträgen, sagte aber dem Rundfunksender RTBF: «Was man will, ist bei der Bank mächtiger zu werden.» Es gehe auch um den Schutz der Kunden.

Die Regierungen einigten sich laut RTBF auf die Lastenteilung bei milliardenschweren Garantien für Dexia, insbesondere für eine künftige «Bad Bank» für Risikopapiere. Demnach schultert Belgien mit rund 60 Prozent den Löwenanteil, Frankreich kommt demnach auf rund 26 Prozent, Luxemburg auf rund 3 Prozent.

Der belgische Premierminister Yves Leterme teilte mit, die drei Regierungen erklärten ihre Solidarität bei der Suche nach einer zukunftsfähigen Lösung für Dexia. Paris, Brüssel und Luxemburg unterstützten die - nicht genauer detaillierten - Pläne der Führung von Dexia.

Die Aktien von Dexia sind bis Montag an den Börsen von Paris und Brüssel vom Handel ausgesetzt.