München (dpa) - Uli Hoeneß klatschte begeistert in die Hände, umarmte Matchwinner Jonathan Wallace und strahlte über das ganze Gesicht: Den ersten Erfolg in der Basketball-Bundesliga feierte der Präsident des FC Bayern München so ausgelassen, als hätten seine Fußballer die Champions League gewonnen.

«Es war ein unheimlich spannendes Spiel. Ich bin froh, dass wir es gewonnen haben», sagte Hoeneß nach dem 90:87 gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig beim TV-Sender Sport1.

Nach der Auftaktniederlage in Bonn stand das ambitionierte Projekt der Münchner bereits bei der Heimpremiere erstmals auf dem Prüfstand. Und da das Team von Trainer Dirk Bauermann trotz des knappen Sieges noch viele Schwächen offenbarte, werden die Bayern in den kommenden Wochen noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen - und Chris Kaman oder Dirk Nowitzki in die bayerische Landeshauptstadt locken?

«Chris ist ein hochinteressanter Spieler. Wenn die Saison in der NBA komplett ausfallen würde, müsste man darüber nachdenken, da gibt's keine Frage», sagte Bauermann über Kaman. Mit Blick auf NBA-Champion Nowitzki fügte der frühere Bundestrainer hinzu: «Und dann gäbe es natürlich noch einen anderen hochinteressanten Mann.»

Doch die Wahrscheinlichkeit, dass einer der beiden Superstars demnächst in der Bundesliga aufläuft, ist äußerst gering. Nowitzki hatte zuletzt selbst für den Fall, dass in den USA gar nicht gespielt wird, ein Engagement in Deutschland ausgeschlossen. Bei Kaman liegt der Fall etwas anders. Aber auch wenn der NBA-Start an diesem Montag abgesagt werden dürfte, ist die beste Basketball-Liga der Welt noch weit von einem kompletten Ausfall der Spielzeit entfernt.

Die Bayern werden sich daher in andere Richtungen orientieren und wohl schon in den kommenden Tagen einen Nachfolger für den kurz vor Saisonbeginn abgesprungenen US-Center Sharrod Ford verpflichten. «Es macht keinen Sinn, einen Spieler zu holen, der hier nur auf gepackten Koffern sitzt», sagte Bauermann. «Da müssten wir schon sehr verzweifelt sein und danach sieht es im Moment nicht aus.»

Der Bayern-Coach pustete nach dem Erfolg gegen eine starke Braunschweiger Mannschaft erst einmal tief durch. «Im ersten Viertel hat die Mannschaft Nerven gezeigt, doch dann hat sie es gut gemacht», meinte der 53-Jährige. Matchwinner war US-Boy Wallace mit 25 Punkten. Insgesamt trafen sechs Spieler bei den Bayern zweistellig, auch Nationalspieler Jan-Hendrik Jagla (10), den Bauermann nach der Niederlage in Bonn noch heftig kritisiert hatte.