New York (dpa) - Die Chancen auf einen pünktlichen NBA-Saisonbeginn tendierten bereits gegen Null, als Clubbesitzer und Basketball-Profis für einen späten Hoffnungsschimmer im Tarifstreit sorgten.

Wie US-Medien übereinstimmend berichteten, wollten sich die nordamerikanische Liga und die Spielergewerkschaft überraschend zu Verhandlungen treffen.

Sollte es dabei allerdings zu keiner Einigung kommen, dürfte Liga-Boss David Stern die ersten beiden Wochen der Saison 2011/12 absagen. Der Commissioner hatte am Dienstag angekündigt, dass er in den beiden ersten Wochen der Spielzeit alle Partien streichen werde, wenn es bis Montag keine Verständigung gibt. Schon zuvor waren alle Vorbereitungsspiele dem Tarifstreit zum Opfer gefallen.

«Sie werden die ersten beiden Wochen der Saison absagen», hatte Carmelo Anthony noch am Samstag in Miami gesagt. Dort nahm der Forward von den New York Knicks am 100. Tag des Lockouts zusammen mit weiteren Superstars wie LeBron James, Dwyane Wade und Kevin Durant an einem Showmatch teil. «Wir werden sehen, was danach passiert. Wenn sie uns weiter aussperren wollen, sollen sie uns aussperren. Wir werden zusammenhalten», kündigte Anthony an.

Die Liga hatte zunächst Gespräche angeboten, dafür aber eine Teilung aller Einkünfte zwischen Spielern und Vereinen zur Bedingung gemacht, wie NBA-Sprecher Tim Frank bestätigte. «Die Gewerkschaft hat dies abgelehnt.» Wie die Internetseiten cbssports.com und espn.com berichteten, habe die Liga diese Forderung als Voraussetzung für das späte Treffen fallengelassen. Der alte Arbeitsvertrag hatte den Profis 57 Prozent der jährlichen Gesamteinnahmen von rund 4,3 Milliarden Dollar garantiert. Zuletzt hatte die Spielergewerkschaft NBPA angeboten, ihren Anteil auf 53 Prozent zu reduzieren.

Am Samstag besprachen einige Spieler in Miami die weitere Vorgehensweise. «Ich denke, bis Montag wird nichts mehr passieren», meinte Anthony noch. Der Knicks-Star sagte, es sei schade, dass weiterhin nicht gespielt wird. «Es ist traurig für uns als Spieler, für die gesamte NBA. Es ist schade für die Fans der NBA und unsere eigenen Anhänger.»

Die Spieler sind von den Clubs seit dem 1. Juli ausgesperrt. Es ist der erste Lockout seit der Saison 1998/99, die letztlich auf 50 Partien reduziert wurde. Bislang ist geplant, die neue Spielzeit am 1. November mit der Partie zwischen Meister Dallas Mavericks mit Dirk Nowitzki und den Chicago Bulls zu eröffnen. Dass die komplette Spielzeit dem Kräftemessen zwischen Liga und Profis zum Opfer fällt, ist eher unwahrscheinlich. Dafür haben sich beide Seiten im Laufe ihrer Verhandlungen bereits zu sehr angenähert, zudem steht für alle zu viel Geld auf dem Spiel.