Berlin (SID) - Der renommierte Sportjurist Christoph Schickhardt hat dem Fußball im Osten nach jahrelanger Durststrecke deutlich verbesserte Finanzbedingungen bescheinigt. "In Dresden und Leipzig stehen dort ansässige Weltfirmen für ein Sponsoring längst in den Startlöchern", sagte Schickhardt dem Nachrichtenmagazin Focus.

Schickhardt, juristischer Berater zahlreicher Vereine und Profis im bezahlten Fußball, bedauerte es, dass derzeit kein Klub aus den neuen Bundesländern in der Bundesliga spiele. "Leipzig und Dresden sind auf dem Weg zu attraktiven Weltmetropolen, da gehört die Bundesliga einfach dazu", sagte der Rechtsexperte.

Schickhardt betonte, dass Bundesliga-Klubs in Leipzig und Dresden ein Potenzial für 50.000 bis 60.000 Zuschauer pro Spiel hätten. Dass keiner der Klubs aus den neuen Bundesländern in der Eliteklasse vertreten sei, sei ein Unding. "Knapp 18 Millionen Deutsche haben keine regionale Nähe zur Bundesliga. In einem Drittel von Deutschland findet die Bundesliga überhaupt nicht statt", so Schickhardt.

Die Bundesliga müsste laut Schickhardt ihre besten Leute schicken, damit im Osten wettbewerbsstarke Bundesliga-Standorte entstehen. "Nach der Wende haben sich die West-Klubs bei den Ost-Klubs bedient und die Stars für einen Apfel und ein Ei abgeworben. Jetzt muss etwas zurückfließen." Experten wie Uli Hoeneß oder Heribert Bruchhagen könnten die Klubs bundesligareif machen, sagte Schickhardt.