Berlin (dpa) - Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) ist unzufrieden mit dem Engagement einiger Bundesländer bei der Schaffung zusätzlicher Kindertagesstätten.

Sie sagte der «Bild am Sonntag»: «Der Bund hat vier Milliarden Euro zum Ausbau der Kitaplätze zur Verfügung gestellt, die Bundesländer haben ebenfalls vier Milliarden Euro versprochen. Aber einige Länder hinken bei der Finanzierung sehr hinterher.»

Konkret nannte Schröder das grün-rot regierte Baden-Württemberg, Niedersachsen mit seiner CDU/FDP-Regierung und das rot-grüne Bremen. Dies seien «die drei Schlusslichter, sie haben bislang quasi ausschließlich Bundesgeld an die Kommunen weitergeleitet. Wenn sich dort auch weiter nichts tut, werde ich mit den betroffenen Ministerpräsidenten das Gespräch suchen», sagte die Ministerin. «Es kann ja nicht sein, dass die Bundesgelder fröhlich verbraucht werden und anschließend der Ausbau der Kinderbetreuung stockt, weil die Länder kein eigenes Geld bereitstellen.»

Das Betreuungsgeld für Eltern will die Regierung statt der geplanten 24 Monate nur ein Jahr lang auszahlen. «Ich finde, wir müssen angesichts der angespannten Haushaltslage eine gewisse Bescheidenheit an den Tag legen», sagte Schröder. «Daher nehme ich erst einmal nur das zweite Lebensjahr in den Blick. Wenn wir das zum Wohle der Eltern schaffen, bin ich angesichts der Finanzlage schon sehr froh.»

Schröder kündigte an, das Betreuungsgeld sowohl an Teilzeitbeschäftigte als auch an Eltern auszahlen zu wollen, die sich ausschließlich der Kindererziehung widmen wollen. «Wir wollen Paare unterstützen, die auch nach der Elternzeit entweder ganz auf Erwerbstätigkeit verzichten oder sie stark reduzieren, um mit Teilzeit Familie und Beruf zu vereinbaren.»

Die Ministerin will «verhindern, dass wir Teilzeitbeschäftigte gegen Hausfrauen ausspielen. Immerhin verzichten beide zugunsten der Familie auf Einkommen und berufliches Vorankommen.» Sie sei «für ein Modell, bei dem der Wunsch, fürs eigene Kind da zu sein, genauso anerkannt wird wie der Wunsch, nach dem ersten Jahr wieder über Teilzeit in den Beruf einzusteigen». Der CSU-Forderung, das Betreuungsgeld nur an Eltern auszuzahlen, die keinen Kitaplatz in Anspruch nehmen, erteilte Schröder eine Absage.