Kiel (dpa) - Handball-Rekordmeister THW Kiel hat sein erstes Heimspiel in der laufenden Champions-League-Saison verloren. Mit 23:24 (14:10) unterlagen die «Zebras», die die erste Partie bei Pick Szeged gewonnen hatten, dem starken französischen Champion HB Montpellier.

Die Gäste hatten in dem Halblinken William Accambray (8 Tore) ihren treffsichersten Schützen, während bei Kiel Filip Jicha mit fünf Toren am besten zielte. Damit vergab der THW mit nun 2:2-Punkten eine bessere Ausgangsposition für die weitere Gruppenphase. Am dritten Spieltag der Gruppe D müssen die Norddeutschen am 22. Oktober beim spanischen Vertreter Ademar Leon antreten.

Vor 10 287 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena dominierte Kiel die Partie zunächst. In neuen Trikots mit goldenen Nummern führte das Team von Alfred Gislason schnell mit 5:2 (7. Minute), musste aber sofort den Ausgleich hinnehmen. Über 9:8 (21.) gingen die Schleswig-Holsteiner mit einer 14:10-Führung in die Kabine. Auch nach der Pause hielten die kampfstarken Franzosen, die von Ex-THW-Profi Nikola Karabatic angeführt wurden, stets Anschluss.

Dank des starken Keepers Primoz Prost und einer beweglichen Abwehr führten die Gäste beim 18:19 (45.) erstmals. Am Ende leisteten sich die Kieler einfach zu viele Fehlwürfe und technische Fehler.

Kiels Torhüter Thierry Omeyer lieferte zwar eine Weltklasse-Leistung gegen die Profis des französischen Topclubs. Dies reichte aber noch nicht einmal zu einem Remis. «In der zweiten Halbzeit haben wir viel zu wenig Tore geworfen, nur neun Stück, unglaublich», sagte Omeyer.

In der Königsklasse feierten die Füchse eine berauschende Heim-Premiere. Der Hauptstadtclub gewann am Sonntag mit 30:27 (14:15) gegen das polnische Spitzenteam KS Vive Targi Kielce. In der intensiv geführten Partie erlebten die 7876 Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle. Erst mit einem Schlussspurt sicherten sich die Füchse den ersten Sieg der Vereinsgeschichte in der Königsklasse. Die meisten Tore der Gastgeber warfen Kapitän Torsten Laen (7) und Nationalspieler Sven Sören Christophersen (6). Bei Kielce traf der ehemalige Magdeburger und Löwen-Spielmacher Grzegorz Tkaczyk fünfmal.