Suzuka (dpa) - Er hat sich die Formel 1 im Eiltempo zum Untertan gemacht. Für seinen obersten Chef ist er einzigartig. Für Fahrerkollegen bereits ein Vorbild: Sebastian Vettel.

Ein Typ mit dem Herz am richtigen Fleck. Charmant, witzig, bodenständig. Und gnadenlos erfolgreich. «Er hat immer den Hunger und den Willen, zu gewinnen. Das macht ihn zum Champion», sagt Michael Schumacher. «Und er wird immer noch stärker und stärker», prophezeit Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Vettel, der Champion. Jüngster Pole-Mann, jüngster Spitzenreiter in einem Grand Prix, jüngster Rennsieger, jüngster Weltmeister und nun jüngster Doppelweltmeister mit 24 Jahren und 98 Tagen. In dem Alter hatte Rekordchampion Schumacher gerade mal einen Rennsieg zustande gebracht. Kein Rekord scheint vor seinem Kumpel mehr sicher.

Vettel, der Motivator. Er reißt seine Mannschaft mit. Dass er seine Crew immer mal wieder zum gemütlichen Essen einlädt, gehört ebenso dazu wie der ungebremst-euphorische Dank via Boxenfunk vor einem Millionenpublikum an den TV-Geräten weltweit.

Vettel, der Gereifte. Vor einem Jahr hätten ihn jugendlicher Übermut und zuviel Ehrgeiz beinahe den Titel gekostet. Schon gegen Ende der Vorsaison aber präsentierte sich Vettel gewiefter. 2011 verdient er sich das Prädikat: Absolut konstant und praktisch makellos.

«Ich halte Sebastian für einzigartig», sagt Vettels oberster Chef, Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz. Selten hat man auch direkte Konkurrenten solche Lobeshymnen anstimmen hören. Vom erneut geschlagenen Ferrari-Star Fernando Alonso, den Vettel in Suzuka auch als jüngsten Doppelchampion ablöste, bis hin zu McLaren-Pilot Lewis Hamilton. Kein Wort des Neids, stattdessen Sätze voller Respekt. «Ich ziehe meinen Hut vor ihm», meinte Hamilton.

Und das dürfte nicht nur an Vettels beeindruckender Dominanz liegen. «Nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch wie professionell und sympathisch er den Rummel um seine Person wegsteckt», findet NBA-Champion Dirk Nowitzki beeindruckend.