Suzuka (dpa) - Suzuka-Sause ohne Triumphfahrt: Sebastian Vettel hat sich zum jüngsten Doppel-Weltmeister der Formel-1-Geschichte gekrönt, den Sieg beim Japan-Rennen aber Jenson Button überlassen müssen.

Platz drei hinter dem britischen McLaren-Fahrer und Ferrari-Star Fernando Alonso genügte dem Red-Bull-Piloten aus Heppenheim zum zweiten Titelgewinn hintereinander - und das im Alter von 24 Jahren und 98 Tagen.

«Sebastian, du bist Weltmeister 2011 - toll gemacht», funkte Red-Bull-Teamchef Christian Horner seinem Champion bei der Zieleinfahrt zu, was Vettel zunächst trocken kommentierte: «Ich hätte es vorgezogen, zu gewinnen.» Danach konnte der Formel-1-Dominator seine Tränen nicht mehr zurückhalten. «Dank an alle, wirklich alle», schluchzte Vettel.

Im fünftletzten Saisonrennen machte er 329 Tage nach seinem ersten WM-Titel im damaligen Herzschlagfinale diesmal frühzeitig alles klar. Früher krönten sich in der Historie lediglich Nigel Mansell vor 19 und Michael Schumacher vor 9 Jahren zum PS-König. Trotz seines dritten Saisonsieges kann Button mit nun 210 WM-Punkten Vettel (324) im Gesamtklassement nicht mehr einholen. In Deutschland verfolgten seit 7.00 Uhr morgens in Vettels 23 000-Einwohner-Heimatort Heppenheim an der Bergstraße mehrere tausend Motorsport-Fans den Triumph ihres Helden. Gebannt schauten sie dem aggressiven WM-Ritt Vettels zu.

Bereits am Start demonstrierte der Heppenheimer seine Entschlossenheit und blockte einen Angriff des hinter im postierten einzig verbliebenen WM-Kontrahenten Button ab. «Dafür bekommt er sicher eine Strafe», schimpfte der ausgebremste Brite. Die Rennleitung blieb jedoch milde und Vettel straffrei. In der Folge konnte der 24-Jährige seine Führung zunächst kontinuierlich ausbauen.

Im üblichen Reifenpoker musste Vettel jedoch auch seiner forschen Fahrt Tribut zollen. Button kam mit den unterschiedlichen Reifenmischungen aufgrund seiner sanfteren Fahrweise besser zurecht. In Runde 21, zu diesem frühen Zeitpunkt waren Vettel und Button schon mit dem dritten Reifensatz unterwegs, revanchierte sich der Brite für das riskante Startmanöver und kam vor Vettel aus der Box.

Drei Umläufe später beruhigte sich das Geschehen vorübergehend. Das Safety-Car musste heraus, da sich Buttons McLaren-Kollege Lewis Hamilton einmal mehr als Rennrüpel präsentierte und kurz zuvor mit Ferrari-Pilot Felipe Massa kollidiert war. Carbon-Teile auf der Strecke mussten nun eingesammelt werden. Vettel konnte nicht profitieren: Button düste nach dem Re-Start erneut weg.