Nürnberg (dpa) - Dem Euro-Skeptiker Peter Gauweiler bleibt ein Aufrücken in die CSU-Spitze und damit ein Comeback an vorderster politischer Front verwehrt. Auf dem Nürnberger CSU-Parteitag scheiterte er in einer Kampfabstimmung um einen Vize-Posten sehr knapp gegen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.

Ramsauer erhielt 440 Stimmen, Gauweiler 419. Parteichef Horst Seehofer wurde von den Delegierten mit 89,9 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Er legte damit zwar im Vergleich zu seiner letzten Wiederwahl 2009 zu, verpasste aber die angesichts des bevorstehenden Superwahljahres 2013 psychologisch wichtige 90-Prozent-Marke.

In seiner Rede versuchte Seehofer, seiner Partei Stolz und Zuversicht einzuimpfen und sie damit auf den Kampf um den Machterhalt in Berlin und München 2013 einzuschwören. «Wir brauchen uns, liebe Freunde, vor niemandem zu fürchten», rief er. «Wir haben die besseren Köpfe, wir haben die besseren Inhalte.» Unter großem Applaus der Delegierten fragte er: «Vor wem haben wir eigentlich Angst?» Die CSU könne es besser.

«Bayern steht so gut da wie noch nie zuvor in seiner Geschichte», sagte der Ministerpräsident. Insbesondere attackierte er - ohne ihn ein einziges Mal namentlich zu nennen - seinen SPD-Herausforderer für die Landtagswahl, den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, aber auch den möglichen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück.

Bei seiner ersten Wiederwahl vor zwei Jahren hatte Seehofer 88,1 Prozent der Stimmen geholt. Damit schaffte er nun sein selbst gestecktes Ziel, dieses Ergebnis zu steigern. Allerdings hatten viele Delegierte mit einem Resultat von mehr als 90 Prozent gerechnet. Seehofer betonte aber: «Ich bin rundum glücklich und zufrieden.»

Gauweiler sagte über seine Niederlage: «Er hat gewonnen, und ich hab verloren. Das ist das politische Spiel. Man nennt es Demokratie.» Ramsauer sprach von einem «Ergebnis nach Maß». Auf die Frage, ob er nun aufatme, sagte er: «Ich war vorher auch nicht in Atemnot.»

Zu weiteren Stellvertretern Seehofers wurden erwartungsgemäß Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bayerns Justizministerin Beate Merk und Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt gewählt. Stamm erreichte 85,8 Prozent, Schmidt 73,1 Prozent und Merk 63,2 Prozent.