Kairo (dpa) - Bei religiös motivierten Ausschreitungen ist am Sonntagabend im Zentrum von Kairo ein ägyptischer Soldat getötet worden. 20 weitere Menschen wurden verletzt, berichtete das staatliche ägyptische Fernsehen.

Mehrere hundert koptische Christen waren während einer Demonstration vor dem Fernsehgebäude mit Bewohnern der umliegenden Wohnviertel und mit dem Militär, das den Fernsehsitz sichert, aneinandergeraten. Die Kopten demonstrierten gegen muslimische Extremisten, die vor anderthalb Wochen in der südlichen Provinz Assuan eine Kirche niedergebrannt hatten.

Der Soldat sei von einem der Protestierenden erschossen worden, berichtete das Fernsehen weiter. Aus unabhängiger Quelle ließ sich das zunächst nicht bestätigen.

In Ägypten kommt es immer wieder zu gewalttätigen Konflikten zwischen Kopten und Muslimen. Die Kopten stellen etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Sie werden bei der Erteilung von Baugenehmigungen für Kirchen diskriminiert.