München (dpa) - Ehrenpräsident Franz Beckenbauer glaubt an eine Champions-League-Finalteilnahme des wiedererstarkten FC Bayern im Mai kommenden Jahres in der heimischen Allianz Arena.

Wenn die Münchner ihr derzeitiges Niveau halten könnten, «wäre eine Teilnahme am Champions-League-Finale realistisch», sagte der 66-Jährige dem «Kicker». Die graue Eminenz des deutschen Rekordmeisters aus München zeigte sich erfreut über die neue Kontinuität der Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes: «Es läuft alles wunderbar.»

Vom Auftreten her habe das Bayern-Ensemble ein «völlig anderes Gesicht» als noch in der Vorsaison, als der erfolgsverwöhnte Verein die Fußball-Bundesliga nur auf einem enttäuschenden dritten Rang abschloss. Nun führt er die deutsche Eliteliga bereits mit drei Punkten Vorsprung auf die ersten Verfolger an. Mit einem Alleingang der Münchner rechnet Beckenbauer trotz des guten Starts aber nicht: «Es werden auch Schwächephasen kommen, Verletzungen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der FC Bayern die bisherige Leistung bis Saisonende durchzieht», meinte der langjährige Bayern-Präsident.

Auch für die Nationalelf fand Beckenbauer lobende Worte. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw habe «aufgeschlossen. Und sie werden in den nächsten Jahren noch weiter nach vorne kommen. Alle Positionen sind zweifach und bestens besetzt», sagte er. Für die EM 2012 in Polen und der Ukraine seien die DFB-Elf und Spanien «die Topfavoriten», gefolgt von Frankreich und den Niederlanden.

Ein kaiserliches Kompliment bekam der zuletzt viel gescholtene Weltverband FIFA und dessen Präsident Joseph Blatter. «Man sagt immer, Sepp Blatter müsse Reformen anschieben: welche Reformen denn? In der FIFA läuft alles nach demokratischen Regeln ab, der Afrikaner wählt seine Vertreter, der Europäer, jeder Kontinentalverband», sagte Beckenbauer. Die heftige Kritik von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge an FIFA-Boss Blatter fand Beckenbauer «schade. Da fielen Ausdrücke, die nicht passten. Man sollte das Menschliche nicht vergessen. Mit Sepp Blatter kann man doch reden.»