Rom (SID) - Juventus Turin kämpft weiter um den aberkannten Meisterschaftstitel 2006. Ein Schiedsgericht des Olympischen Komitees Italiens (CONI) hat am Montag mit der Überprüfung eines Einspruchs von Juve gegen einen Beschluss des italienischen Fußballverbands (FIGC) begonnen, der im Juli die von den Turinern geforderte Rückgabe des Titels abgelehnt hatte. Der Verband hatte sich aus juristischen Gründen für nicht zuständig erklärt. Die Turiner wollen nun weiterhin vor dem Schiedsgericht den Titel beanspruchen, berichtete die italienische Sporttageszeitung Tuttosport am Montag. "Die Glaubwürdigkeit des Systems steht auf dem Spiel", erklärte Juve-Präsident Andrea Agnelli.

Den Turinern war der Titel 2006 wegen der Machenschaften ihres damaligen Managers Luciano Moggi aberkannt und Inter Mailand zugesprochen worden. Moggi hatte mit Hilfe einflussreicher Kontakte zu den Schiedsrichter-Koordinatoren und zu Unparteiischen Ligaspiele zugunsten von Juve manipuliert. Dafür wurde er vom Verband lebenslang gesperrt. Juve wurde zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt.

Inter galt damals als Opfer. Im laufenden Zivilprozess gegen Moggi und seine Komplizen in Neapel tauchten jedoch neue Abhörprotokolle auf, aus denen angeblich Kontakte zwischen dem damaligen Inter-Präsident Giacinto Facchetti und Schiedsrichtern hervorgehen mit dem Ziel, Spiele der Serie A zu manipulieren. Hätte das neue Belastungsmaterial bereits vor fünf Jahren vorgelegen, wäre auch Inter verurteilt und der Titel 2006 Mailand nicht zugesprochen worden. Inter-Präsident Massimo Moratti weist alle Beschuldigungen zurück. Die Vorwürfe gegen den im September 2006 verstorbenen Facchetti seien "unannehmbar".